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Ansturm auf Schlecker

Ausverkauf Ansturm auf Schlecker

Die Tüten sind randvoll, die Schlange an der Kasse scheinbar endlos. Bei Schlecker hat der große Ausverkauf begonnen.

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Christoph Kesting kommt mit vollen Einkaustaschen aus dem Schlecker in Marburg. Foto: Thorsten Richter (thr)

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Ab sofort 30 Prozent auf alles steht es auf großen Plakaten geschrieben. Am 29. Juni endet die Ära der Drogeriemarktkette, die bundesweit etwa 13000 Mitarbeiter erhalten zum Monatsende ihre Kündigung. Im Landkreis sind die Standorte Marburg Altstadt, Kernstadt und Cappel sowie Lahntal-Sterzhausen, Fronhausen, Biedenkopf-Wallau, Steffenberg-Niedereisenhausen und Rauschenberg betroffen.

Den Mitarbeiterinnen in Cappel bleibt an diesem Tag gar nicht viel Zeit, um über ihre Zukunft nachzudenken. Seit Ladenöffnung strömen die Kunden in Massen den Laden, wollen sich die Schnäppchen sichern, viele kommen mit randvoll beladenen Einkaufskörben zur Kasse. Die Schlange reicht bis zum anderen Ende der Kasse. Beim Bezahlen wird es persönlich: Kunden bedanken sich, geben beste Zukunftswünsche, versuchen an dem Schlecker-Schicksal Anteil zu nehmen. „Was hier mit ihnen passiert“, schimpft eine Kundin, „ist eine Sauerei.“ Der Mitarbeiterin bleibt nur das Kopfnicken. „Wir müssen damit klarkommen. Irgendwie geht‘s schon weiter.“ Der Zweckoptimismus ist zum Greifen.

Besonders bei den Nachrichten, die aus der Konzernzentrale und vonseiten der Politik kommen. Zum einen steht ein Verkauf der Schlecker XL-Märkte sowie der „Ihr Platz“-Filialen im Raum. Die Verhandlungen dem Münchner Investor Dubag aber stocken. Für die 5000 Betroffenen aber steht eine Lösung und damit eine berufliche Zukunft in Aussicht. Darüber hinaus kündigt Bundesarbeitsministerin von der Leyen an, den gekündigten Schlecker-Mitarbeitern eine Alternative in Form von Umschulungen anbieten zu wollen. Denn: Besonders gesucht würden Erzieher und Altenpfleger, heißt es aus dem Ministerium.

von Carsten Bergmann

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