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Angelika Löber kämpft um SPD-Direktmandat

Große Zustimmung für Sterzhäuserin Angelika Löber kämpft um SPD-Direktmandat

SPD-Politikerin Angelika Löber will bei der Landtagswahl am 28. Oktober wieder das Direktmandat im Wahlkreis Marburg-Biedenkopf I holen.

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Die SPD-Landtagsabgeordnete Angelika Löber (Zweite von links) tritt bei der Landtagswahl wieder als Direktkandidatin der SPD im Wahlkreis Marburg-Biedenkopf I an. Ersatzkandidat ist der 25 Jahre junge Marc Einloft (links) aus Dautphetal. Sören Bartol (rechts) und SPD-Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel unterstützen die beiden Kandidaten.

Quelle: Susan Abbe

Buchenau. Die Unterstützung ihrer Genossen hat sie: Mit 98,1 Prozent Zustimmung haben SPD-Delegierte Löber am Samstag nominiert.
Die Stimmung bei der SPD-Delegiertenversammlung am Samstagmorgen im Buchenauer Bürgerhaus ist gelöst.

Die Scherereien auf SPD-Bundesebene schieben die Genossen beiseite.Schäfer-Gümbel ist gekommen, um für sein Programm zu werben. Und für die Sterzhäuserin Angelika Löber. Die hat – darüber freuen sich die Genossen bis heute – bei der Landtagswahl 2013 immerhin dem hessischen Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) den Wahlkreis abgenommen.

Ein Coup, der 2018 wieder gelingen könnte, darin sind sich Schäfer-Gümbel, Bartol und auch Patricia Agricola (Lahntal), Jutta Jakob und Jürgen Schneider (beide Biedenkopf), die ebenfalls für Löber sprechen, ­einig. Denn die Wirtschaftsmathematikerin habe seit 2013 nicht nur bewiesen, dass sie Wahlkampf kann, sondern auch, dass sie Landtag kann.

Umweltpolitisches Profil der SPD geschärft

Löber habe sich als umwelt- und verbraucherschutzpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion einen Namen gemacht und gerade das umweltpolitische Profil der SPD entscheidend geschärft, lobt Schäfer-Gümbel.

Die Kandidatin selbst spricht ruhig, zeigt: Laute Töne in der Bütt sind ihre Sache nicht. Sie berichtet von der SPD-Familie, aus der sie stammt. Vom Eintritt in die SPD vor gut 25 Jahren, der eine Lebensentscheidung gewesen sei. Sie erzählt, dass ­ihre Mutter 2016 schwer erkrankte und seither pflegebedürftig ist – eine Erfahrung, die sie in ihrem Selbstverständnis als Sozialdemokratin bestärkt habe.

„Ich bin Sozialdemokratin, um immer wieder zu versuchen, das Leben für jeden einzelnen ein Stück besser zu machen“, sagt die Mutter zweier erwachsener Töchter. Und dann teilt sie doch in Richtung des politischen Gegners aus. „Die schwarz-grüne Landesregierung ist die schlechteste Regierung, die Hessen je hatte“, sagt Löber und spricht von Stillstand im Land.

„Hessen benötigt eine andere Politik“, fordert Löber. Wichtiges Thema dabei: die Kinder. Für mehr echte Ganztagsschulen will sie sich stark machen und Schulsozialarbeit fördern.

Ziel sei, dass kein Schüler am Ende ohne Abschluss dasteht. Studiengebühren werde es mit der SPD nicht geben. Und: „Frühkindliche Bildung muss gebührenfrei sein – dies ist die Voraussetzung für Bildungsgerechtigkeit.“ Löber weiß sich dabei auf einer Linie mit SPD-Landeschef Schäfer-Gümbel. Beide fordern, dass Eltern für Krippen- und Kindergarten­plätze nichts zahlen sollten.

Schäfer-Gümbel ist 
im Wahlkampfmodus

Die jetzige Landesregierung aus CDU und Grünen plane hingegen, Kindergartenplätze für nur sechs Stunden pro Tag gebührenfrei zu machen – zu wenig, so Schäfer-Gümbel.

Viel Applaus erhält Löber, als sie fordert, der kommunale Finanzausgleich in Hessen müsse zugunsten der Städte und Gemeinden geändert werden. „Wir wollen, dass die Kommunen endlich wieder in der Lage sind, ihre Aufgaben zu erfüllen.“

Löber nennt weitere Ziele: Hessen müsse zur Tarifgemeinschaft der Länder im öffentlichen Dienst zurückkehren. Die Polizei müsse entlastet, das Berufsbild des Polizisten müsse ­attraktiver gemacht werden. Und eine flächendeckende Gesundheitsvorsorge müsse her. Nötig seien Ärzte auf dem Land. Aber auch mehr Pflegekräfte, deren Arbeitsbedingungen und Bezahlung es zu verbessern ­gelte.

Der SPD-Landeschef Schäfer-Gümbel arbeitet sich länger am politischen Gegner ab. Nach 19 Jahren CDU-Regierung in Hessen gelte es, „die Union endlich in die Opposition zu verweisen“. Als „selbstgenügsam“, „selbstverliebt“ und „bräsig“ beschreibt der Chef der SPD-Landtagsfraktion die schwarz-grüne Landesregierung, die 
Probleme aussitze, statt Entscheidungen für die Zukunft zu treffen.

„Wir brauchen eine Politik der Erneuerung“, sagt Schäfer-Gümbel und nennt als wichtiges Thema den Mangel an ­bezahlbarem Wohnraum. „Bezahlbarer Wohnraum wird nicht durch private Investoren entstehen“, prophezeit Schäfer-
Gümbel.

Auch bei der Verkehrsinfrastruktur befinde sich Hessen im Stillstand – auf der ­Straße wie auf der Schiene. Das Motto der Landesregierung „Sanierung vor Neubau“ sei grundsätzlich richtig, werde aber pervertiert. Schäfer-Gümbel: „Neubau findet nicht mehr statt.“

Marc Einloft steht als Ersatzkandidat fest

Für ihre Reden erhalten Schäfer-Gümbel und Löber von den SPD-Delegierten viel Applaus. Bei der geheimen Abstimmung gibt es dann eine Gegenstimme und 53 Stimmen für Angelika Löber. Mit einer Zustimmung von 98,1 Prozent ist Löber damit als SPD-Direktkandidatin für die Landtagswahl gewählt.
Das gleiche Ergebnis fährt wenig später Marc Einloft ein.

Der 25-jährige Herzhäuser geht als SPD-Ersatzkandidat für Löber ins Rennen. Er ist Lehramts­student, seit sieben Jahren SPD-Mitglied und derzeit stell­vertretender SPD-Fraktionschef 
im Dautphetaler Parlament. Die Genossen schlagen ­beide Kandidaten schließlich auch noch für die SPD-Landesliste zur Landtagswahl vor.

von Susan Abbe

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