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Angelburgs CDU vermisst konkrete Zahlen

Gemeindevertreter-Sitzung Angelburgs CDU vermisst konkrete Zahlen

Projektplaner Hartmut Kind vernachlässigte die Vorstellung der zu erwartenden Kosten, um im Parlament über seine Ideen zu diskutieren.

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Für das alte Rathaus in Lixfeld wurde ein neues Nutzungskonzept vorgestellt.Foto: Sascha Valentin

Lixfeld . Was würde die Sanierung des Alten Rathauses in Lixfeld im Rahmen der Dorferneuerung kosten? Diese Frage blieb in der Angelburger Parlamentssitzung am Donnerstagabend unbeantwortet. Bewusst, wie Projektplaner Hartmut Kind betonte. Zusammen mit dem Arbeitskreis Dorferneuerung habe er entschieden, zunächst nur das neue Nutzungskonzept für das Gebäude vorzustellen und die Kosten dafür im ersten Schritt außer Acht zu lassen.

Dies geschehe aus einem einfachen Grund, führte der Dorfentwickler aus: „Wenn wir zuerst die Kosten nennen, dann orientiert sich die Diskussion nur daran und nicht an den Ideen, die es für das Haus gibt.“

Wenn hingegen erst einmal das Konzept stehe, könne anhand der zur Verfügung stehenden Mittel entschieden werden, welche Punkte davon umgesetzt werden können und welche nicht, ohne die Planungen von vornherein wegen des Blicks auf das Geld zu behindern. Anders sahen es hingegen die beiden CDU-Vertreter Heinz Müller und Eugen Reichwein.

Ohne die Kosten zu kennen, könne keine Entscheidung gefällt werden, betonten sie. Reichwein lobte zwar das Konzept, das Kind vorgestellt hatte, sah aber auch das Problem, dass die Gemeinde nicht liquide sei, um die Kosten zu stemmen. Angesichts des maroden Zustands des Gebäudes gehe er von enormen Kosten aus.

Weiter stießen sich die beiden daran, dass von dem Projekt letztlich nur die Lixfelder profitierten, die Kosten dafür aber die Bürger aller drei Ortsteile tragen müssten. Deswegen schlug Reichwein vor, einen Bürgerentscheid durchzuführen.

Angelburgs Bürgermeister Thomas Beck (SPD) warnte daraufhin davor, die Dorferneuerung und das Entwicklungskonzept, das die Menschen in Lixfeld aufgestellt haben, zum Spielball zwischen den Ortsteilen werden zu lassen. Sollte das Konzept für das Alte Rathaus umgesetzt werden können, besitze dieses Haus durchaus überörtliche und sogar übergemeindliche Bedeutung, betonte er.

Auch Markus Bartnick und Hermann Luy (SPD) sowie Hans Willi Mai (BGL) wiesen darauf hin, dass „die Dorferneuerung die einzige Chance ist, das Rathaus überhaupt zu sanieren“ und es in der Bürgerschaft ein großes Engagement dafür gebe.

Schließlich einigten sich die Parlamentarier darauf, das von Kind vorgestellte Nutzungskonzept in die Ausschüsse zu verweisen, damit diese sich damit beschäftigen.

Was sieht dieses Konzept nun vor? Auf jeden Fall keine Doppelnutzung mit dem Gemeindlichen Zentrum, erklärte Hartmut Kind. Das sei auch eine der Maßgaben gewesen, um dieses Projekt überhaupt in den Dorfentwicklungsplan aufzunehmen. Stattdessen soll im Alten Rathaus eine Art Kunst-, Kultur- und Naturzentrum entstehen. Unter anderem ist vorgesehen, ein Bürgercafé einzurichten, in dem auch Vorträge, Lesungen und Ausstellungen angeboten werden. Außerdem könnten dort Spieleabende stattfinden oder es könnte auch zusammen gekocht werden. Weiter könnte ein „aktives“ Heimatmuseum in dem Haus untergebracht werden - also eines, das die Besucher dazu einlädt, selbst aktiv zu werden.

Vorstellbar sei, dass verschiedene Handwerkskurse angeboten werden, sagte Kind. Auch die Galerie mit den Werken Bert-Hubls soll natürlich erhalten bleiben und sogar ausgebaut werden. Geplant ist zum Beispiel, Mal- und Designkurse für Kinder und Kunstinteressierte anzubieten. Im Erdgeschoss sollen die beiden bestehenden Backöfen zu einem zusammengelegt werden.

Da das Backhaus direkt an die Straße grenzt, ließe es sich unter Umständen sogar gastronomisch nutzen, erklärte Projektplaner Hartmut Kind.

„Kurzum, es soll ein Haus für alle Generationen sein und zur Stärkung der Ortsmitte in Lixfeld beitragen.“

von Sascha Valentin

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