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Angela Dorn fordert mehr Transparenz vom Land

Uniklinikum Angela Dorn fordert mehr Transparenz vom Land

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Angela Dorn hält die McKinsey-Studie zum UKGM für „eine Grundlage, auf der man aufbauen kann“.

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Der schöne Schein trügt: Im Uniklinikum Marburg wird weiter heftig über die McKinsey-Studie diskutiert. Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Zumindest habe die Studie des Unternehmensberaters gezeigt, dass man mit dem UKGM derzeit keinen Gewinn machen kann, sagte Dorn im Gespräch mit der OP. Zugleich ist ihr wichtig, dass McKinsey auf Prozess- und Materialoptimierung setze und nicht auf weitere Entlassungen. Auf dieser Grundlage sei ein Konsens zwischen Beschäftigten und Geschäftsleitung denkbar, hofft die Landtagsabgeordnete. Die Tatsache, dass externer Sachverstand die Lage am UKGM untersucht habe, habe dem künftigen Verhandlungsklima gutgetan, sagte Dorn.

Das Land müsse jetzt aber eine Folgestudie machen, um seiner Verantwortung für die Patientenversorgung wie auch für Wissenschaft und Forschung gerecht zu werden. Ein Konsens sei lebensnotwendig für das UKGM, und der wiederum sei nur auf Grundlage verbindlicher Personalmindeststandards möglich, sagte Dorn. Das Land müsse ein Konzept vorlegen, wie es nach der vorerst gescheiterten Übernahme der Rhön-AG durch Fresenius weitergehen soll. Und in Richtung Rhön-AG kritisiert Dorn: „Ein Universitätsklinikum zu kaufen und zu denken, dass man damit Gewinn machen kann, ist schlicht unrealistisch.“

Jetzt seien die UKGM-Pläne ein „Scherbenhaufen“, und jetzt komme Rhön und fordert von der Politik „Mach mal“, formulierte es Dorn in Anspielung auf die Forderungen der Rhön-AG nach Millioneninvestitionen durch das Land. Dabei seien die Zahlen, die von Rhön kolportiert werden, „politische Zahlen“, so Dorn: Die ins Spiel gebrachten 200Millionen Euro Investitionsbedarf seien weder von Rhön noch von McKinsey näher begründet worden.

Die Grünen-Abgeordnete kritisierte in diesem Zusammenhang die mangelnde Transparenz auf Seiten der Landesregierung. Die Opposition habe auf zahlreiche Anfragen, wie es mit dem UKGM weitergehen soll, schlicht keine Antwort erhalten.

Natürlich müsse die Politik alles versuchen, wenn eine Rückführung des UKGM tatsächlich möglich sei, sagte Dorn. Und natürlich sei die Forderung „Rückkauf jetzt“ durch die Initiative „berechtigt und verständlich“. Aber als Politikerin wolle sie den Menschen nichts versprechen, was sie vielleicht nicht halten kann, argumentiert Dorn ähnlich wie ihr Marburger SPD-Kollege Dr. Thomas Spies.

Den Druck auf die Landesregierung hoch halten wollen die Grünen aber in jedem Fall. Nach einer Resolution in den Kreistagen der Landkreise Gießen und Marburg-Biedenkopf und der Stadtparlamente von Gießen und Marburg will der Marburger Kreisverband einen fast wortgleichen Beschluss auf der Landesmitgliederversammlung der Partei Anfang November durchsetzen. Darin wird gefordert, dass sich die Landesmitgliederversammlung „mit ganzer Kraft“ für die Stärkung der mittelhessischen Universitäten mit ganzer Kraft einsetzt, insbesondere für den Erhalt des Universitätsklinikums Gießen-Marburg (UKGM) und für den Erhalt der beiden medizinischen Fachbereiche mit allen medizinischen Studienplätzen in Marburg und Gießen.

„Wir setzen damit auch ein Zeichen, dass Gießen und Marburg gemeinsam kämpfen - das ist eine ganz wichtige Entwicklung“, sagt Dorn und weiter: „Wir müssen als Einheit auftreten - sonst verlieren wir.“

von Till Conrad

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