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Hinterland Angeklagter verweigert Aussage zum Drogenverkäufer
Landkreis Hinterland Angeklagter verweigert Aussage zum Drogenverkäufer
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17:52 01.04.2016
Vor dem Amtsgericht in Marburg musste sich ein 21-jähriger Drogendealer verantworten. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Auch wenn Cannabis nicht zu harten Drogen zählt, die Menge des sichergestellten Rauschmittels, für die der Angeklagte am vergangenen Donnerstag vor dem Marburger Amtsgericht stand, hatte es in sich. Im November 2015 war der 21-Jährige bei einer „Beschaffungsfahrt“ mit rund einem Kilo Gras und dazu 20 Gramm Kokain in Gießen erwischt worden und hatte zusätzlich bei einem Zwischenhändler in Fronhausen weitere 200 Gramm Marihuana gekauft. Den Namen des Verkäufers der größeren Menge wollte der Angeklagte allerdings nicht nennen.

„Dazu kann ich nichts sagen, da es meine eigene Sicherheit gefährden würde,“ sagte der ansonsten geständige Täter. Obwohl er selbst Konsument war und sich den Bedarf von 3 bis 5 Gramm Marihuana täglich über Jahre durch den regelmäßigen Vertrieb finanzierte, hatte der Angeklagte eine Ausbildung zum Maler und Lackierer hervorragend abgeschlossen und umgehend eine Anstellung gefunden.

Geständiger Angeklagter

„Geschadet hat es mir eigentlich nicht, auch jetzt in der Untersuchungshaft hatte ich keine großen Probleme ohne, deswegen bin ich auch nicht in die Entzugsklinik.“ Tatsächlich stellte auch der Gutachter fest, dass, wie bei Marihuana üblich, keine körperliche Sucht vorliege und generell eine offene Therapie angeraten sei.

„Sie hatten allerdings Glück, dass sie es die meiste Zeit bei Marihuana belassen hatten und erst die vergangenen Monate auch Kokain konsumierten, denn das macht nach einiger Zeit deutlich abhängig. Trotzdem ist es nach oder während des Vollzugs dringend geraten, jetzt eine Therapie zu machen,“ mahnte der Experte.

Grundsätzlich war die Sozial­prognose des jungen Mannes positiv, so erkannten Richter Thomas Rohner und Staatsanwalt Sebastian Brieden das frühzeitige Geständnis, die intakte familiäre Situation und den bisherigen beruflichen Erfolg, als durchaus stabile Basis für eine Besserung an. Ungünstiger sah es allerdings bei den bisherigen Gerichtsakten aus, denn der Angeklagte war bereits als Jugendlicher zwischen 2009 und 2014 mehrfach wegen Körperverletzungen und vor allem wegen des Handels mit Betäubungsmitteln in 109 Fällen zu 10 Monaten auf Bewährung verurteilt worden. „Ihre Eltern hatten ihnen ja mehrfach zu einer Therapie geraten, um die Sucht in den Griff zu bekommen, diesem Rat hätten sie längst folgen sollen,“ sagte Richter Rohner.

Insgesamt hielt sich der Beschuldigte mit Beiträgen zurück und ließ seine Anwältin die Verhandlung führen, auch sein Anrecht auf das letzte Wort nahm er nicht in Anspruch. „Ich hab‘ nix zu sagen.“ Schlussendlich verurteilten der Richter und die Schöffen den Dealer zu 2 Jahren und 10 Monaten Haft, womit eine Bewährung nicht mehr in Betracht kam. Hinzukommen dürfte dazu noch ein Teil der bisherigen Bewährungsstrafe, wobei wiederum die bisherige Untersuchungshaft von 5 Monaten abzuziehen ist.

von Marcus Hergenhan

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