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Angeklagter erhält zwei Jahre auf Bewährung

Missbrauchsprozess Angeklagter erhält zwei Jahre auf Bewährung

Wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen und Beischlaf unter Verwandten ist ein Biedenkopfer vor dem Amtsgericht Marburg zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

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Der Angeklagte muss seiner Tochter 15.000 Euro als Wiedergutmachung zahlen.

Quelle: Martin Moritz / pixelio.de

Marburg. Nach Überzeugung des Schöffengerichts unter Vorsitz von Richter Dominik Best hat der geständige 42-Jährige zwischen 2012 und 2015 seine damals zwischen 14 und 18 Jahre alte­ Tochter missbraucht. Darüber hinaus soll er dem Mädchen ein Bild seines Geschlechtsteils zugesandt haben. Die Verhandlung fand zum Schutz des Opfers zum größten Teil unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Das Geständnis fand laut Best im Strafmaß seinen positiven Niederschlag. Der Angeklagte­ trage alleine die moralische und rechtliche Schuld, hob der Richter hervor. Er kritisierte, dass der Mann, dadurch, dass er schilderte, was seine Tochter gemacht habe, die Taten ­bagatellisiert hätte.

Die Strafaussetzung zur Bewährung werde laut Best durch eine positive Prognose des nicht Vorbestraften gerechtfertigt. Sie werde auch durch die Bewährungsauflage des strikten Kontaktverbots zu der jungen Frau gestärkt. Zusätzlich bedürfe es noch besonderer Umstände, hob Best hervor.

„Und hier gibt es für die Bewährung nur einen Grund: Seine Tochter würde sich Schuldvorwürfe machen, wenn er ins Gefängnis kommt und das wäre das Letzte, was der Rechtsfrieden fordert.“ Das müsse dem Angeklagten bewusst sein, sagte Best. Das Gericht werde sehr genau schauen, ob alle Auflagen während der fünfjährigen Bewährungszeit eingehalten werden.

Der Verurteilte soll der Aufsicht eines besonders ausgebildeten Bewährungshelfers für Sexualstraftäter unterstellt werden. Darüber hinaus soll er seiner Tochter in monatlichen ­Raten von 300 Euro insgesamt 15.000 Euro als Wiedergutmachung zahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

von Heiko Krause

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