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Hinterland Angeklagter gesteht Missbrauch
Landkreis Hinterland Angeklagter gesteht Missbrauch
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20:00 12.05.2016
Das Marburger Amtsgericht hat einen 25-Jährigen wegen Kindesmissbrauchs verurteilt. Quelle: Archiv
Marburg

Vor Gericht gab der Beschuldigte aus dem Südkreis die Vorwürfe umfassend zu. Im April des vergangenen Jahres verabredete er sich mit dem ihm flüchtig bekannten Mädchen in Lohra, „um gemeinsam etwas zu unternehmen“, berichtete er.

Beide fuhren ziellos in seinem Auto umher, am Ortsrand parkte er den Wagen. Nach dem Austausch von Küssen – laut Angeklagtem in gegenseitigem Einverständnis – öffnete er seine Hose und onanierte vor der 13-Jährigen, forderte sie auf, ebenfalls sein Glied zu stimulieren, was diese auch für kurze Zeit tat.

„Das kindliche Alter war ihm dabei bekannt“, so die Anklage. Er wusste wie alt sie war, lernte sie zuvor in einer nahen Tankstelle kennen, „wir verstanden uns gut“, so der Angeklagte. Angeblich berichtete sie ihm offen von ihren sexuellen Erfahrungen, zu etwas gezwungen habe er sie nicht, beteuerte der 25-Jährige: „Ich hätte sie nie zu etwas gedrängt, was sie nicht selber wollte.“

Das Ganze habe „fünf bis zehn Minuten“ gedauert, bevor er sie auf ihren Wunsch hin in den Ort zurückbrachte. Zum Geschlechtsverkehr kam es nicht.

Zuvor tauschten sich beide über einen Nachrichtendienst aus. Während der Handy-Kommunikation forderte er die Minderjährige nachweislich auf, ihm Nacktbilder zu schicken. „Das war aber eher als Scherz gemeint“, sagte der Angeklagte. Vor Gericht wandte er sich an die Nebenklägerin und entschuldigte sich: „Ich bereue, was ich getan habe, es tut mir leid.“

Zum Schutz der jungen Zeugin fand ihre Aussage vor Gericht unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, ebenso die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung sowie die Urteilsbegründung. Strafrichter Tobias Mackenthun verurteilte den 25-Jährigen wegen Missbrauchs eines Kindes zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt ist. Als Auflage hat er 1500 Euro an die Suchthilfe zu zahlen.

von Ina Tannert