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Angeklagte lassen Berufungstermin verstreichen

Landgericht Angeklagte lassen Berufungstermin verstreichen

Mit dem Urteil der ersten Instanz vom November des vergangenen Jahres waren die Angeklagten nicht einverstanden und legten Berufung ein. Am Tag der neuen Verhandlung vor dem Marburger Landgericht erschienen sie jedoch auch nicht nach der von Richter Dr. Thomas Wolf angesetzten Wartezeit von 30 Minuten

Marburg. Das Gericht hatte am Mittwoch somit keine andere Wahl, als den Berufungsantrag zu verwerfen.

Anfang November des Vergangenen Jahres mussten sich die vier Mitglieder einer Familie aus dem Hinterland wegen eines Vorfalls vom 30. Oktober 2010 vor dem Marburger Amtsgericht verantworten. Auf dem Parkplatz eines Supermarktes sollen der mittlerweile 19-jährige Sohn mit seinem Vater, seiner Mutter und seiner Schwester das geschädigte Ehepaar angehalten haben.

Vater und Sohn schlugen nach Überzeugung des Amtsgerichts daraufhin auf ihre Kontrahenten ein und wurden für diese Tat von Richter Thomas Rohner wegen der gemeinschaftlichen gefährlichen Körperverletzung verurteilt. Einen Freizeitarrest und 1000 Euro Schmerzensgeld als Strafe für den Sohn und eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, sowie 1800 Euro Schmerzensgeld für den Familienvater, sah das Gericht als angemessene Strafen an.

Die 36-Jährige angeklagte Mutter wurde wegen versuchtem Raub einer Kette und gefährlicher Körperverletzung zur Zahlung eines Schmerzensgeldes in Höhe von 1800 Euro und einer einjährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Wegen Raub und versuchter Nötigung wurde die 15-jährige Tochter der Familie zu 40 gemeinnützigen Arbeitsstunden verurteilt.

Zur Berufung kam es nach Auskunft der Verteidigung ausschließlich wegen ausländerrechtlicher Bedenken seiner Mandantin. Überzeugungsversuche, dass die Strafen keinerlei ausländerrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen würden, hätten bei ihr nicht gefruchtet.

von Sonja Achenbach

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