Volltextsuche über das Angebot:

25 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
Amtsgericht wird zur Energie-Sparzone

Verbrauchssenkung Amtsgericht wird zur Energie-Sparzone

Die Mitarbeiter des Amtsgerichts Biedenkopf stellten ein Sparkonzept auf, mit dem der Energieverbrauch im Gebäude gesenkt werden soll.

Voriger Artikel
25000 Euro investiert
Nächster Artikel
Geld für Jugendpflegerin statt für Gehweg

Der Energieverbrauch im Amtsgericht Biedenkopf soll geringer werden. Ein Sparkonzept dazu stellte (von links) Amtsgerichtsdirektor Mirko Schulte dem Hessischen Finanzminister Dr. Thomas Schäfer und Herbert Tripp vom Hessischen Immobilienmanagement vor

Quelle: Gianfranco Fain

BIEDENKOPF. Am 31. Juli 2013 wird abgerechnet! Wie diese Abrechnung erfolgreich ausfallen soll, erläuterte Amtsgerichtsdirektor Mirko Schulte am vergangenen Mittwoch, als er ein Konzept zur Reduzierung des Energieverbrauchs durch Mitarbeitermotivation präsentierte.

Durch das „Mitnehmen“ der Mitarbeiter nach dem Motto „Energiesparen ist Chefsache - für jeden“, soll es gelingen, innerhalb eines Jahres den Energieverbrauch im Amtsgericht im Wert von 2155 Euro zu senken, weitere 1845 Euro sollen durch eine energetische Sanierung hinzukommen.

Im Jahresdurchschnitt „verbraucht“ das Biedenkopfer Amtsgericht bisher 236000 Kilowattstunden Energie, was einem Betrag von rund 18000 Euro entspricht. Für die Umwelt bedeutet dies eine Belastung mit 125 Tonnen Kohlendioxid: Jeder Mitarbeiter hinterlässt somit einen CO2-Fußabdruck von rund 3,2 Tonnen.

Diesen gilt es zu verkleinern, und da die historische Bausubstanz des Amtsgerichtsgebäudes kaum eine Möglichkeit zur energetischen Sanierung bietet, solle vorrangig das Nutzerverhalten „aus innerer Einsicht“ verändert werden, erklärte Schulte. Ziel ist, den Raumwärme- und Stromverbrauch um zehn Prozent senken. Dazu stellten die Mitarbeiter in einem „Leitfaden Energiesparen“ Regeln auf, die helfen sollen, mit Energie sparsam umzugehen. Denn, so Schulte, „wir sind gehalten, Steuermittel zu schonen und sparsam damit umzugehen.“

In dem Leitfaden sind Hinweise aufgeführt, die für ältere Menschen banal klingen mögen, aber auch heute noch ihre Wirkung nicht verfehlen: ständige Kontrolle der Raumtemperatur (21 Grad), bei Büroschluss Heizungsventile runterregeln, Bürotüren geschlossen halten, 3 Minuten Stoßlüften bei abgedrehten Heizkörpern, Licht aus in den Fluren bei Sonnenschein, Tischleuchten mit Energiesparlampen benutzen, Computerbildschirme bei Verlassen des Raumes ausschalten und viele weitere Empfehlungen. Zudem wurden Stromfresser eliminiert oder durch effizientere Geräte ersetzt.

Doch mit den dadurch erreichten Verbrauchsminderungen soll noch nicht Schluss sein, denn „bis zum 31. Juli 2034, dem Tag an dem ich in Pension gehe (Schulte)“, sollen mindestens 87000 Euro an Energiekosten weniger aufgewandt worden sein. Ein weiterer Schritt, um dieses Ziel zu erreichen und somit rund 4000 Euro pro Jahr weniger an Energiekosten aufbringen zu müssen, ist die Erneuerung der Fenster von Juli bis Oktober, für die das Immobilienmanagement des Landes Hessen 157000 Euro aufbringen wird. Rund 25000 Euro davon stammen aus dem CO2-Projekt des Landes, erklärte Dr. Thomas Schäfer, der als Finanzminister betonte, nicht nur für das Geld, sondern auch für die Immobilien zuständig zu sein. Und Schäfer hatte auch ein dickes Lob für das Team des Amtsgerichts parat: „Es macht Spaß zu sehen und zu hören, wie Sie sich da reinknien.“

von Gianfranco Fain

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hinterland

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr