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Hinterland Amtsgericht verurteilt einen Straßenrowdy
Landkreis Hinterland Amtsgericht verurteilt einen Straßenrowdy
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20:00 28.07.2009
Quelle: OP

Biedenkopf. Ein 71-jähriger Aushilfsfahrer aus Krefeld musste sich vor dem Amtsgericht Biedenkopf verantworten, weil er am 27. November 2008 gegen 5 Uhr mit einem Ford Transit auf der L 3042 von Hommertshausen nach Niedereisenhausen vor einer Kuppe in Höhe des „Saurüssels“ zum Überholen ausgeschert war. Ein entgegenkommender Fahrer musste ausweichen und fuhr in den Straßengraben. An dem Auto entstand ein Schaden von 2.000 Euro. Der Angeklagte hat sich dann unerlaubt vom Unfallort entfernt.

Richter Jens-Daniel Braun befragte den Geschädigten. Der 59-jährige Berufskraftfahrer aus Angelburg gab an, dass er sich mit seinem BMW 525 auf dem Weg zur Arbeit befunden habe. Plötzlich seien ihm vier Scheinwerfer entgegengekommen. Um dem überholenden Fahrzeug auszuweichen, sei er in den Straßengraben gefahren und habe dabei einen Leitpfosten touchiert. Weil sich die beiden anderen Fahrzeuge vom Unfallort entfernt hätten, habe er sein Auto gewendet und sei diesen nachgefahren. Er habe den Fahrer des Ford-Transit stoppen können und dessen Kennzeichen notiert.

Dieser habe sich auch bei ihm entschuldigt. In der zweistündigen Verhandlung erfolgte eine eingehende Befragung des Pkw-Fahrers durch den Anwalt des Beklagten. Er wurde zu den Straßenverhältnissen ausgefragt und dazu, ob er den Leitpfosten lediglich touchiert oder umgefahren hat und wie er sich über den Schaden an seinem Pkw vergewissert hat. Dann gab der Rechtsanwalt des Angeklagten an, dass sein Mandant das Blinkzeichen eines vor ihm fahrenden 38-Tonners so gedeutet habe, dass die Straße frei zum Überholen sei. Beim Auftauchen des BMW sei er wieder eingeschert. Nach dem Vorfall habe sein Mandant die Polizei verständigen wollen, jedoch sei der Akku seines Handys leer gewesen.

Der Staatsanwalt stellte Abweichungen gegenüber der ersten Aussage fest. So seien zum Beispiel Blinkzeichen frei erfunden. Nach Ansicht des Staatsanwalts hat der Angeklagte grob verkehrswidrig gehandelt, indem er an einer unübersichtlichen Stelle „blind“ in den Gegenverkehr gefahren ist und sich dann unerlaubt vom Unfallort entfernt hat. Der Staatsanwalt forderte eine Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je 25 Euro sowie eine Führerscheinsperre von weiteren sieben Monaten. Richter Jens-Daniel Braun verurteilte den Angeklagten zu einer Strafe von 40 Tagessätzen zu je 25 Euro und einer Führerscheinsperre von weiteren sieben Monaten.

Richter Braun begründete das Urteil damit, dass der Zeuge eine glaubwürdige Aussage gemacht habe, jedoch die Angaben des Angeklagten in Bezug auf die Blinksignale lediglich eine Schutzbehauptung gewesen seien. Der Überholvorgang habe eine fahrlässige Gefährdung im Straßenverkehr dargestellt. Der Angeklagte habe den Unfall bemerken müssen.

von Helga Peter

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