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Am Hilsberg stehen Räder weiter still

Windpark am Hilsberg Am Hilsberg stehen Räder weiter still

Bis zum 1. Oktober 2012 wird am Hilsberg kein Windpark errichtet. Der Gemeinde Bad Endbach ist es aufgrund des schwebenden Verfahrens vor dem Verwaltungsgerichtshof untersagt, zu bauen.

Holzhausen. „Die Bürgerinitiative Holzhausen hat ihr Ziel erreicht“, sagte Wulf Hahn der Marburger Beratungsfirma RegioConsult. Bis zum 1. Oktober passiere nichts am Hilsberg. Grund sei die vor dem Verwaltungsgerichtshof eingereichte Beschwerde des Naturschutzbundes (Nabu) gegen den Beschluss des Gießener Verwaltungsgerichts Anfang Juli. Während des schwebenden Verfahrens seien der Gemeinde Bad Endbach keine baulichen Aktivitäten am Hilsberg erlaubt. Sollte dies missachtet werden, hat das Regierungspräsidium Gießen verbindlich mitgeteilt, die Bauarbeiten zu unterbinden. Der Rechtsanwalt der Gemeinde Bad Endbach hat aber im Namen des Gemeindevorstands schon zugesichert, dass auf dem Hilsberg bis zum 1. Oktober kein Windpark errichtet wird.

Für Hahn ist dies ein weiterer Sieg im Streit um die Errichtung des Windparks. Die Windkraftanlagen am Standort 2 und 5 seien im Moment aus dem Spiel, weil der Rodungszeitpunkt abgelaufen sei. Auch habe die Gemeinde Bad Endbach erklärt, auf den Standort 1 verzichten zu wollen - aus wirtschaftlichen Gründen. Dass Verwaltungsgericht hatte zwar Anfang Juli den Beschluss gefasst, dass dort gebaut werden darf, weil die Rodung dort abgeschlossen ist. Dies trifft aber nach Auffassung des Beraters keinesfalls zu. Dort waren zu Beginn des Windparkstreits Bäume gefällt worden, bis der Nabu per einstweiliger Verfügung im April einen Baustopp erwirkt hatte. Auf den Standort 1 wolle die Gemeinde ohnehin verzichten, weil die Zuwegung zu kostspielig sei. Es handelt sich laut Hahn um den höchsten Standort am Hilsberg mit erheblichen Höhenunterschieden. Allein für das Fundament muss „viel Erde bewegt werden“, sagt Hahn. Dass dieser Standort deshalb tatsächlich nicht mehr relevant ist, hält er für logisch.

„Ein Windrad dort zu errichten, wo fünf geplant waren, ist unwirtschaftlich“, sagt der Experte. Als nächstes müsse das Regierungspräsidium Gießen die Hauptgenehmigung zum Bau des Windparks am Hilsberg, die BImSchG-Genehmigung (Bundes-Immissionsschutzgesetz), erteilen. Erst dann könne es weitergehen, sagt Hahn.

von Silke Pfeifer-Sternke

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