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Hinterland Als Endbach um sein "Bad" kämpfte
Landkreis Hinterland Als Endbach um sein "Bad" kämpfte
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20:20 08.01.2014
Das Luftbild zeigt einen Ausschnitt von Bad Endbach. Seit fast 40 Jahren bildet der Ort das Zentrum der Großgemeinde und blickt auf eine ereignisreiche Vergangenheit. Quelle: Thorsten Richter
Hartenrod

Am 1. Juli 1974 wurden die Gemeinden Bad Endbach, Bottenhorn, Hülshof, Dernbach, Günterod, Hartenrod, Schlierbach und Wommelshausen per Gesetz zu einer Großgemeinde zusammengelegt. Angestachelt durch politisch motivierte Geldgeschenke hatten sich bereits zwei Jahre zuvor die Gemeinden Bad Endbach, Wommelshausen und Günterod sowie Hartenrod und Schlierbach zusammengeschlossen. Bamberger erinnert sich an unruhige Zeiten. Großes politisches Gerangel um vermeintliche Vormacht bei der Wahl zum ersten gemeinsamen Parlament und Bürgermeister habe in den ersten Monaten vorgeherrscht.

Keine Zeit für Streitereien - Eile war geboten

Allerdings sei auch nicht viel Zeit geblieben für das politisches Gezerre, denn schon zum Ende des Jahres 1974 habe für Bad Endbach die erste wegweisende Entscheidung angestanden. Die Verantwortlichen mussten - sollte das Prädikat „Bad“ erhalten bleiben - eine Schwimmhalle im Ort errichten. Ein Bewilligungsbescheid lag vor, musste jedoch noch bis zum Jahresende in Anspruch genommen werden. Andernfalls wäre der Bescheid verfallen. Am 9. Dezember 1974 folgte dann schließlich der einstimmige Beschluss zum Bau des Bades mit den zusätzlichen Kureinrichtungen, erinnert sich Bamberger. Dieses Ereignis markiere den Grundstein einer erfolgreichen Zusammenarbeit aller Ortsteile, meint der Hobby-Historiker.

Interessant findet Bamberger auch die geschichtliche Vergangenheit, beziehungsweise Zusammengehörigkeit der einzelnen Bad Endbacher Ortsteile. Denn bereits im Jahre 1358 wurden die heutigen Ortsteile Bottenhorn, Endbach, Hartenrod, Hülshof, Dernbach, Schlierbach und Wommelshausen als zentrale Einrichtung „Obergericht“ zusammengelegt. Im Jahre 1443 kam dann noch Günterod dazu. Exakt diese acht Ortsteile bilden auch heute die Großgemeinde Bad Endbach.

Nach der Reformation wurden die gleichen Orte zu einem Kirchspiel zusammengeführt mit der Mutterkirche in Hartenrod, wo sich auch das Obergericht befunden hat. Als 1874 Preußen, dem der Kreis Biedenkopf angehörte, das Personenstandsgesetz einführte, wurde am 3. September des gleichen Jahres ein Standesamt eingerichtet, dem wiederum alle heutigen Ortsteile angehören.

Über die Jahrhunderte wurden die einzelnen Ortsteile zu selbstständigen Gemeinden. Mit den 1960er-Jahren konnten die kleinen Orte die sozialen Lasten jedoch nicht mehr alleine bewältigen. „Wohltaten“ für die Bevölkerung, wie Dorfgemeinschafts- oder Bürgerhäuser, seien nur mit großer staatlicher Unterstützung in den einzelnen Gemeinden verwirklicht worden. Weitere große Aufgabenfelder, wie etwa die Abwasserbeseitigung, die Wasserversorgung oder das Schulwesen habe man nur noch im Zusammenspiel bearbeiten können, erklärt Bamberger. So entstand folgerichtig im Jahre 1963 der Schulverband Hartenrod mit dem Ziel, eine Mittelpunktschule für die Orte Endbach, Günterod, Hartenrod, Schlierbach und Wommelshausen zu errichten. Später kamen die Orte Bottenhorn, Hülshof und Dernbach noch hinzu.

Aufkommender Wohlstand führte auch zu Problemen

Das Zusammenführen der Kinder und Jugendlichen an einem Schulort sei die „Grundsteinlegung“ für die spätere Zusammenführung zu einer Großgemeinde gewesen, ist sich Karl-Otto Bamberger sicher.

Bamberger erinnert sich, dass Mitte der 1960er Probleme aufkamen, die mit dem steigenden Wohlstandes einhergingen. Beispielsweise Umweltbelastungen. So seien Gewässer- und Meeresverschmutzungen durch das unkontrollierte Ableiten von Abwasser entstanden. Kläranlagen mussten errichtet werden. Diese Aufgaben konnten die kleinen Gemeinden jedoch nicht alleine schultern. Als Konsequenz gründeten die Gemeinden Endbach, Günterod, Hartenrod, Schlierbach und Wommelshausen am 12. Februar 1969 den Abwasserverband „Obere Salzböde“. Auch dies sei ein Meilenstein in Bezug auf den Zusammenschluss vor nunmehr 40 Jahren, sagt Bamberger.

von Helga Peter

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