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Alles begann als "Tante-Emma-Laden"

Jubiläum Alles begann als "Tante-Emma-Laden"

Das Geschenkehaus Figge in Kirchhain blickt jetzt als erfolgreiches Familienunternehmen auf sein 150-jähriges Bestehen zurück.

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Seit 150 Jahren gibt es das Kirchhainer Geschenkehaus Figge. Birgit Müller ( von links) mit ihrer Mutter Marie Figge nahmen von IHK-Mitarbeiter Henner Geil die Ehrenurkunde entgegen.

Quelle: Klaus Böttcher

Kirchhain. „Das Haus Figge verdeutlicht, dass Einzelhändler auch in Mittelzentren erfolgreich bestehen können. Derjenige, der Kunden immer wieder mit neuer Ware und neuen Ideen erfreut, dessen Zukunft sieht positiv aus“, erklärt Henner Geil von der Industrie und Handelskammer (IHK) Kassel als er der jetzigen Inhaberin des Geschenkehauses Figge in Kirchhain, Birgit Müller, und ihrer Mutter Marie Figge die Ehrenurkunde zum 150-jährigen Bestehen überreicht. „An diesem Jubiläum freut mich besonders, dass Kirchhain nach wie vor das hat, wofür uns andere Städte beneiden: eine Vielzahl von Fachgeschäften, die es andernorts schon lange nicht mehr gibt“, betonte Geil.

Birgit Müller blickt auf eine lange Familientradition zurück: Es war im Jahr 1862, als der Kaufmann Reinhard Kaeß das heutige Geschenkehaus Figge gründete. Der Sitz des Geschäftes war von Anfang an das Haus Unterm Groth Nummer 13 in Kirchhain. Es war ein Laden, den man heute als „Tante Emma Laden“ bezeichnen würde. Im selben Stil führte Nikolaus Prediger das Geschäft ab 1893 weiter. Nach seinem Tod übernahm seine Frau den Betrieb bis zum Jahr 1919. Es folgte eine fünfjährige Verpachtung aus gesundheitlichen Gründen.

1924 übernahm Karl Figge den Betrieb und heiratete kurz darauf die Tochter des Kaufmanns Nikolaus Prediger. Er erweiterte das Geschäft um den Versand von technischen Ölen und Fetten. Prediger gelang es auch, durch Umbauten in den Jahren 1927, 1937 und 1951 den Betrieb der jeweiligen Zeit und den jeweiligen Bedürfnissen anzupassen und zu vergrößern.

1970 übergab Karl Figge den Betrieb an seinen Sohn Helmut und dessen Ehefrau Marie. Drei Jahre später wandelten die Figges die Lebensmittelabteilung in eine Selbstbedienung um. Im Jahr 1974 verstarb Helmut Figge durch einen tragischen Unfall. Seine Frau Marie führte den Laden fort und passte sich dem Wandel in der Branche an. So wurden Anfang der 1980er-Jahre die Abteilungen Spielwaren, Lederwaren sowie technische Öle und Fette aufgegeben, und man widmete sich mehr Glas-, Porzellan- und Haushaltswaren sowie Geschenkartikeln. Im Jahr 2008 zog sich Marie Figge endgültig aus dem Geschäft zurück, dass ihre Tochter Birgit Müller heute - unterstützt von zwei Teilzeitkräften - führt. „1998 haben wir das Geschäft umgebaut und die Lebensmittel komplett aufgegeben“, berichtet Müller. Dabei sei die Verkaufsfläche ein wenig verkleinert worden.

Heute stehen Haushaltswaren und Geschenkartikel im Mittelpunkt des reichhaltigen Sortiments, das übersichtlich auf drei Ebenen angeboten wird. In der unteren Etage finden die Kunden eine Sakral-Abteilung, in der katholische Kunden von Kreuzen über Kerzen bis zu Weihwasserkesseln alles finden, was für kirchliche Anlässe benötigt wird. „Wir haben Artikel für jeden Geldbeutel“, betont Müller und nennt als Beispiel Pfannen, die in einer Preisspanne von 7 Euro bis 100 Euro zu haben sind.

Birgit Müller ist nicht nur engagierte Geschäftsfrau, sondern nimmt auch rege am Vereinsleben teil. So ist sie unter anderem in den Vorständen des Verkehrsvereins, der Kolpingfamilie und der Grothgemeinde aktiv.

von Klaus Böttcher

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