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Hinterland Alles alleine: kochen, zapfen, bedienen
Landkreis Hinterland Alles alleine: kochen, zapfen, bedienen
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17:59 21.12.2012
Münchhausen

„Als ich nach Münchhausen kam, war hier nur grüne Wiese“, erzählt Margarete Schmidt über den Platz in der heutigen Feldstraße, auf dem 1960 mit dem Bau der Münchhäuser Stuben begonnen wurde. 1956 war das.

Das Grundstück habe sie von ihrer Oma geschenkt bekommen, erinnert sie sich, ihr Mann habe einen Getränkehandel gehabt, so sei von Anfang an klar gewesen, dass sie für die Gastwirtschaft sorgen würde.

Aber das sei nie ein Problem gewesen, schließlich hätten in ihrer Familie viele in der Gastronomie gearbeitet, auch ihre Eltern hätten in ihrem Heimatort Mellnau eine Gaststätte gehabt.

Am 21. Dezember 1962 sei die Genehmigung erteilt worden und deshalb habe sie damals noch vor Weihnachten eröffnet.

Dass Scherben offensichtlich Glück bringen, das habe bereits der erste Abend gezeigt, als ein Gast in die Glastür gefallen sei, die dabei zu Bruch ging. Und trotzdem gebe es die Münchhäuser Stuben bis heute. 1965 sei der Anbau errichtet worden und oben im Gebäude habe es Gasträume mit 13 Betten gegeben. „Die Anfangsjahre waren schon turbulent“, erinnert sich Margarete Schmidt noch gerne an die alten Zeiten zurück. „Das war hier wie Disko“, die jungen Leute seien auch aus der Umgebung immer gerne gekommen und hätten getrunken und gespielt.

Auch getanzt worden sei viel. Dafür habe es einer Tanzgenehmigung bedurft und die habe 250 Mark für das Wochenende und noch einmal soviel jährlich für die Wochentage gekostet.

„Schlafen war Luxus“, sagt Schmidt. Wenn die letzten Gäste oft erst morgens um 7 Uhr gegangen seien, hätten sich die ersten Übernachtungsgäste bereits in Richtung Bahnhof aufgemacht. Aber ihr habe es immer nur Freude bereitet. Viel Spaß habe es auch gemacht, mit den Gästen zu knobeln. „Verdient habe ich in diesen Nächten nicht viel, aber das machte nichts.“

Gemanagt habe sie den Betrieb immer ganz alleine, kochen, zapfen und bedienen, das sei nie ein Problem gewesen. Und Bierdeckel schreiben? Nein, das habe sie alles im Kopf gehabt, zum Schreiben sei ja gar keine Zeit gewesen. Zu essen habe es Strammen Max oder Schnitzel mit Pommes Frittes gegeben, später auch Steaks. Oft seien die Leute noch mit Hunger nach Mitternacht gekommen und hätten immer etwas bekommen. „Geh´n wir mal zum Gretel“, hätten sich die Gäste gedacht, die sich immer wie zu Hause gefühlt hätten.

Erst beim dritten Kindeine Bedienung geleistet

Drei Kinder hat Margarete Schmidt zur Welt gebracht und trotzdem immer alles geschafft, wie sie betont. „Erst bei dem dritten habe ich mir schon mal eine Bedienung geleistet“. 1990 sind die Münchhäuser Stuben dann umgebaut worden, erzählt sie. Die Gästezimmer habe sie aufgegeben, „früher reichte fließend Wasser auf dem Zimmer und die Dusche und Toilette auf dem Flur. Heute sind die Ansprüche gestiegen, das habe ich nicht mehr anbieten können.“ In diesem Jahr sei auch ihre Tochter Elfie Payer-Zahn eingestiegen, der Laden laufe aber nach wie vor auf sie.

Einige Jahre waren die Stuben dann Speiserestaurant. Die Küche wurde etwas aufwendiger. Wie Enkelin Jasmine Zahn erläutert, wurde die gutbürgerliche Küche durch „Neumodisches“ wie Pizza ergänzt.

Inzwischen lohne es sich nicht mehr, jeden Tag geöffnet zu haben, sagt Margarete Schmidt. Die Leute gingen einfach nicht mehr so oft essen. Der Schwerpunkt liege heute auf gesellschaftlichen Ereignissen wie Hochzeiten oder andere Feiern. Ansonsten biete sie am Sonntag auf Anmeldung noch Buffet an. „Und die Schnitzel sind geblieben, auch einen Strammen Max mache ich noch auf Wunsch.“

Die Freude an der Arbeit ist ebenfalls noch da, „und ich mach immer noch alles selber“, sagt Margarete Schmidt. „Und wie!“, ergänzt ihre Enkelin.

„Zwischen den Jahren“ vom 27. bis 29. Dezember wird das Jubiläum gefeiert. Eingeladen habe sie niemanden persönlich, „aber wer sich verbunden fühlt, darf kommen“, betont Schmidt. Die Uhrzeit sei egal, denn sie sei ja immer da und werde jeden willkommen heißen. „Und zu essen gibt es das, was wir früher gemacht haben.“

von Heiko Krause

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