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Hinterland Alle ziehen an einem (Energie-)Strang
Landkreis Hinterland Alle ziehen an einem (Energie-)Strang
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17:50 04.07.2012
Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich informierte sich bei Ferrero in Stadtallendorf über das Thema Energieeffizienz und ließ sich dabei ausführlich von Damiano Sansoldo die Gasturbine der Kraft-Wärme-Kopplungsanlage erklären. Quelle: Katharina Kaufmann
Stadtallendorf

30 Prozent weniger Treibhausgase ausstoßen, 20 Prozent weniger Wasser verbrauchen, zehn Prozent mehr Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen herstellen und den gesamten Strombedarf aus erneuerbaren Energien beziehungsweise Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) beziehen – das ist das Ziel der Ferrero-Gruppe bis zum Jahr 2020. Das diese Schritte keineswegs mühsam oder schwer zu erreichen sind, demonstrierte der Süßwarenhersteller beim Besuch der hessischen Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) am Dienstagnachmittag in Stadtallendorf.

Hintergrund des Besuchs von Puttrich bei Ferrero ist die Unterstützung durch das hessische Leitprojekt HIER! (Hessen für Innovation in Energie- und Ressourceneffizienz). Das Programm, das von der Landesregierung mit 1,2 Millionen Euro mit finanziert wird und seit dem Jahr 2010 läuft, soll Unternehmen bei der Minderung des Energieverbrauchs unterstützen und die Energieproduktivität in Produktionsprozessen steigern. „Industrie und Gewerbe sind Großkunden der Stromlieferer. Das Projekt greift dort ein und soll die Effizienz verbessern und den Verbrauch reduzieren“, erläuterte Puttrich, die Ferrero als Vorreiter sieht, dessen Projekte von zahlreichen anderen Unternehmen nachgeahmt werden könnten.

„Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung sind seit jeher Bestandteil unserer Unternehmensphilosophie“, erklärte denn auch Stephan Nießner, Geschäftsführer von Ferrero Deutschland. Als Industriebetrieb würde Ferrero Umweltschutz und Nachhaltigkeit in der gesamten Produktionskette fördern und das auch von seinen Lieferanten und Partnern verlangen.

Bereits seit 2007 setzt sich der Konzern für die Verbesserung der eigenen Prozesse ein. Bereits im Jahr 2009 wurden 35 Prozent des gesamten Strombedarfs der Produktionsstätten weltweit selbst hergestellt, davon etwa ein Prozent aus erneuerbaren Energien.

In Stadtallendorf, der einzigen deutschen Produktionsstätte von Ferrero, laufen seit zwei Jahren zwei hocheffiziente KWK-Anlagen mit 13 Megawatt elektrischer Leistung.

„Energieeffizienz heißt für uns: Mit offenen Augen durch den Betrieb gehen“, berichtete der Leiter der zentralen Instandhaltung Guido Vollmari. Das bedeute, das regelmäßig ein Energie-Check gemacht werde und die Prozesse nach dessen Ergebnissen angepasst, sprich verbessert, würden. So wurden mit Isolierungen an Rohrleitungen, der Änderung der Hallenbeleuchtung und dem Einsatz von Bewegungsmeldern sowie dem Austausch der Kältemaschinen der vergleichbare Jahresverbrauch an Strom und Wärme von rund 275 Einfamilienhäusern eingespart.

„Zudem haben wir die Mitarbeiter ins Boot geholt“, betonte Vollmari. Mehr als 150 Beschäftigte seien Anfang des Jahres speziell geschult worden, weitere gut 30 Mitarbeiter zu Energie-Botschaftern erklärt worden. „Allein in den ersten drei Monaten nach dieser Aktion haben wir so viel Strom eingespart, wie in 600 Haushalten mit vier Personen in einem Jahr verbraucht werden“, verkündete der Leiter der zentralen Instandhaltung nicht ohne Stolz.

Wie es dazu kam? „Ganz einfach“, sagte Personalleiter Karlheinz Feußner: „Im Grunde hat jeder Mitarbeiter mit dem Thema Energieeffizienz im Kleinen bei sich Zuhause zu tun. Was er im Betrieb anzuwenden lernt, kann er also auch im Privaten nutzen.“ Dadurch entstehe auch eine gewisse Eigendynamik im Betrieb.

von Katharina Kaufmann

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