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Ärztliche Versorgung steht im Fokus

Ärtzlicher Bereitschaftsdienst Ärztliche Versorgung steht im Fokus

Für den Altkreis Biedenkopf soll ein Konzept erarbeitet werden, um den ärztlichen Bereitschaftsdienst neu zu organisieren. Anfang April trifft sich dazu eine Arbeitsgruppe.

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Das Schild weist Patienten den Weg zur Notdienstzentrale.

Quelle: Land

Biedenkopf. „Es wird immer schwieriger Ärzte zu finden, die sich auf dem flachen Land niederlassen“, sagt Biedenkopfs Bürgermeister Joachim Thiemig. Der Ärztemangel führt zu einem Engpass bei den Bereitschaftsdiensten.

In Wallau sind zum Beispiel seit längerer Zeit zwei Hausarztstellen vakant, weil sich keine Nachfolger finden. Deshalb sei es nur folgerichtig, dass die kommunale Familie versucht, das Problem Ärztemangel zu lösen, erklärte Thiemig.   Die Bildung eines Arbeitskreises ist das Ergebnis der Gesundheitskonferenz, bei der die wohnortnahe Versorgung für den Kreisteil Biedenkopf Thema war.

Der Arbeitskreis wird sich Anfang April damit befassen, einen Plan für einen ärztlichen Bereitschaftsdienst zu erstellen. Die Ergebnisse sollen dann der Kassenärztlichen Vereinigung vorgestellt werden.Wie ein Plan aussehen kann, demonstrierte Dr. Michael Thomas Knoll, der zehn Jahre lang Obmann beim ärztlichen Bereitschaftsdienst Hungen/Lich im Landkreis Gießen war.

Im Nachbarkreis schlossen sich die Bereitschaftsdienste Linden, Pohlheim, Buseck, Hungen/Lich und Grünberg/Laubach im vergangenen Jahr zum ärztlichen Bereitschaftsdienst Mittelhessen zusammen. Mit Unterstützung durch die Johanniter-Unfallhilfe – Telefonzentrale, Fuhrpark, Fahrer– wurde ein wichtiger Baustein für die wohnortnahe ärztliche Versorgung geschaffen.

Der ärztliche Bereitschaftsdienst, also das Anbieten einer ärztlichen Versorgung außerhalb der üblichen Sprechzeiten nachts oder an Wochenenden, ist für die niedergelassenen Ärzte ein brennendes Thema, weil sie einen Dienst sicherstellen müssen. Nach Meinung der Mediziner nimmt der Umfang der Belastungen zu, je weniger niedergelassene Ärzte es gibt.

Weniger Ärzte verschärfen das Problem, denn umso öfter muss ein einzelner Arzt Dienste übernehmen.„Wir müssen uns des Themas annehmen und Antworten finden“, sagte Thiemig, denn das Argument  der Überversorgung treffe allenfalls für die Ballungsgebiete zu, nicht aber  für die ländliche Region.

Ein weiteres Anliegen der Ärzte: Sie wollen eine angemessene Vergütung der Bereitschaftsdienste. Jeder Schlüsseldienst werde nachts oder an Wochenenden besser bezahlt, als die Ärzte, beklagten sich die Mediziner während der Gesundheitskonferenz. Die ausufernde Bürokratie führten sie als weiteren Kritikpunkt an.

Auch haben sie  eine Veränderung der Arztbesuche bei der Bevölkerung wahrgenommen. Gute ärztliche Versorgung definiere sich aber nicht dadurch, möglichst oft zum Arzt zu gehen, heißt es aus ihren Reihen.„Der Landkreis Marburg-Biedenkopf ist bereits auf unterschiedlichen Ebenen auf diesem Feld aktiv“, sagt Landrat Robert Fischbach.

Als Beispiel führte er die Initiative Gesundheitsregion an, die sich intensiv mit dem Thema ärztliche Versorgung befasst. Der Landkreis sehe seine Aufgabe darin, Impulse zu geben und angestoßene Prozesse zu moderieren.

von Silke Pfeifer-Sternke

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