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Landkreis Hinterland Wenig Fortschritt bei der Suche
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00:17 22.06.2018
Eine Ärztin hört die Lunge einer Patientin ab. Die Dautphetaler Gemeindevertreter hörten die Antworten des Gemeindevorstands auf eine mehrere Punkte umfassende Anfrage der CDU zu den Bemühungen, neue Hausärzte für eine Ansiedlung in der Gemeinde zu ­begeistern. Quelle: Frank May / dpa
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Dautphetal

In kaum einer anderen Gemeinde des Hinterlandes bewegt die Menschen derzeit die Zukunft der ärztlichen Versorgung. Eine problematische Situation, die durch die angekündigte Schließung der Praxis Ziegler an Brisanz gewinnt, fürchten doch seine Patienten nirgendwo in der Gemeinde unterzukommen.

Kein Wunder, dass die ärztliche Versorgung am Montagabend erneut Thema in der Gemeindevertretung war. Dort beantwortet Bürgermeister Bernd Schmidt von den Freien Wählern sieben Fragen der CDU. Im Kern dreht es sich darum, was der Gemeindevorstand unternimmt, um Praxen innerhalb der Gemeinde zu erhalten, Dautphetal neuen Ärzten als Arbeits- und vielleicht auch Wohnort schmackhaft zu machen.

Dazu gab es auch Beschlüsse der Gemeindevertretung, über deren Erfüllung die Christdemokraten nun Auskunft haben wollten. Zentraler Punkt war die finanzielle Förderung von ansiedlungswilligen Ärzten, die die CDU anregte und in einem gemeinsamen Antrag aller Fraktionen mündete.

Noch kein Auftrag für Agentur IWG

Schmidt erklärte, dass er dazu in ständigem Dialog mit den in der Gemeinde ansässigen Ärzten ist. Auch habe er mit den Ärzte-Organisationen „PriMa“ und „Ärzte der Region“ Kontakte gehabt. Darüber hinaus „gab es persönlichen Kontakt zu ­potenziellen Interessenten“.

Weiterhin gab es Gespräche mit der Kassenärztlichen Vereinigung, mit Verbänden und Vereinigungen aus der Wirtschaft jedoch nicht.

Weiter berichtete Schmidt, dass die vom Gemeindevorstand im Dezember 2017 beauftragte Agentur IWG aus Gießen eine Bestandsanalyse zur ambulanten medizinischen Versorgungssituation mit Handlungsempfehlungen für die Gemeinde erstellt hat. Diese wurde den Vertretern der Fraktionen im März präsentiert.

Auch gab es ein Treffen mit Vertretern der Firma IWG, die zuletzt ein Ärztezentrum in Allendorf/Lumda errichtete, das auch besichtigt wurde. Weitere Aufträge wurden laut Schmidt an IWG bisher nicht vergeben.

Werbung läuft auch online

Wenig Hoffnung auf eine über den üblichen Rahmen ­hinausgehende Unterstützung des Landkreises, macht sich Schmidt nicht. Wie er berichtete ergab seine Kontaktaufnahme zur Förderung der Ansiedlung von Ärzten beispielsweise auch durch die Wirtschaftsförderung des Landkreises keine positive Rückmeldung. Im November teilte Landrätin Kirsten Fründt ihm mit, dass die Möglichkeiten des Landkreises diesbezüglich sehr eingeschränkt seien und auch darauf achten müsse alle Kommunen gleich zu behandeln.

Werbung für eine Ansiedlung von Ärzten in Dautphetal betreibe die Gemeinde auf ihrer eigene Homepage und auch auf dem Online-Portal der Vereinigung „Ärzte der Region“.

Eine Beruhigungspille hatte­ Schmidt bezüglich der Rettungswache in Wolfgruben parat. „Nach unserem Kenntnisstand ist in den nächsten Jahren nicht davon auszugehen, dass der Standort der Rettungswache in Dautphetal-Wolfgruben eine Änderung erfährt“, erklärte Schmidt als Sprecher des Gemeindevorstands.

von Gianfranco Fain

Medzentrum

Das Medzentrum Lumdatal ist seit Anfang 2018 eröffnet. Das Ärztehaus am Rande der Stadt Allendorf/Lumda im Landkreis Gießen bietet auf einer Gesamtfläche von rund 1800 Quadratmetern Platz für drei Hausarztpraxen, eine Zahnarztpraxis, eine Apotheke und eine Praxis für medizinische Physiotherapie. Weitere Flächen nutzen ein Fitnessstudio und ein Pflegedienst.     

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