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Hinterland Ärger um Erddeponie beim Friedhof
Landkreis Hinterland Ärger um Erddeponie beim Friedhof
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16:24 25.04.2017
Es ist nicht alles nur Erdaushub, das auf dem Gelände gegenüber des Bottenhorner Friedhofs landet, sondern unter anderem auch Bauschutt. Der Ortsbeirat fordert nun, den Standort der Erddeponie zu verlegen. Quelle: Peter Piplies
Bottenhorn

Einstimmig brachten Ortsvorsteher Michael Rombach und seine Mitstreiter einen Antrag auf den Weg. Darin werden die zuständigen politischen Gremien aufgefordert, ­einen neuen Standort für die Erdaushubdeponie zu suchen.

Seit Jahren gibt es in Bottenhorn Beschwerden über die Erddeponie. Nicht über den Ablagerungsplatz an sich, sondern über dessen Standort gegenüber dem Friedhof. Auch die nicht immer korrekte Nutzung und die Anfahrt dorthin stehen in der Kritik.

Schließlich seien weder die Feldwege noch die Zufahrt zum Friedhof damals für einen Schwerlastverkehr gebaut worden. Außerdem gebe es keine­ befestigte Ein- und Ausfahrt zum Abladen, erläuterte der Ortsvorsteher. Daher müssen die Lastwagen die vorhandenen Feldwege und den geschotterten Parkplatz vor dem Friedhof nutzen. Dementsprechend sehe der Abstellplatz auch aus, moniert der Ortsvorsteher.

„Schlichtweg der falsche Standort“

Das gesamte Umfeld entspreche in keiner Weise einer „würdevollen letzten Ruhestätte“, beklagte Rombach. Ein während der Ortsbeiratssitzung ­anwesender Bottenhorner Bürger fasste es noch deutlicher zusammen: „Früher ging man nach einer Beerdigung gemeinsam zum Kaffeetrinken – heute kann man stattdessen zusammen zur Autowaschanlage fahren.“ Inzwischen wurden erste­ Schritte eingeleitet, um das Problem anzugehen.

Das Planieren oder regelmäßige Säubern des Parkplatzes sei zwar lobenswert, ändere aber nichts an der Tatsache, dass der Standort schlichtweg der falsche sei, hieß es. Auch ein eventuelles Bepflanzen oder Einsäen von Rasensamen, ein Zaun oder eine Schranke würden dem Ort den Charakter einer „Baustelle“ nicht nehmen können, bedauerte Rombach.

Inwieweit die Suche nach ­einem anderen Standort und vor allem, ob dessen Genehmigung erfolgreich sein wird, kann der Ortsbeirat nicht abschätzen. Rombach und seine Mitstreiter wollen sich aber auf jeden Fall für die Bottenhorner Bürger bei der Verwaltung und beim Parlament für eine Änderung starkmachen. Ob dabei zukünftig der Erdaushub in einem anderen Ortsteil oder in Bottenhorn selbst abgelagert wird, ist dem Ortsbeirat vollkommen egal.

Neben der Frage nach dem Standort und den zunehmend zerfahrenen Wegen kommt noch ein weiteres Problem hinzu: Mit dem Erdaushub werden auch Steine, Pflaster oder Wurzeln illegal abgelagert. Hier fehle anscheinend eine ausreichende Kontrolle und Verfolgung der Verursacher, vermutet der Ortsbeirat.

von Peter Piplies