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„Älter werden wir später“

Konzert „Älter werden wir später“

Die Mundartgruppe „Querbeet“ aus Hungen-Villingen berichtete über „des Leawe“ (das Leben) mit Klamauk und Tiefgang in verschiedensten Facetten.

Bottenhorn. „Einen schönen Abend in Mundart, mit allem, was Frauen (aber auch Männer) bewegt“, das wollten die etwa 250 Konzertbesucher erfahren, die sich im Bürgerhaus in Bottenhorn zu einem Konzert mit der Mundartgruppe „Querbeet“ eingefunden hatten. Kirchenvorstandsmitglied Erich Filippi begrüßte die Gäste und stellte die Mundartgruppe vor, die vieles „über die Mannsleu, die Weibsleu, die Keann, die Figur, enn wej mer alles inner en Hout kritt“ erzählt. Zuviel versprach Filippi nicht, der ankündigte, dass die Lachmuskeln und das Zwerchfell dabei kräftig strapaziert würden.

„Wonn nejt mier, wer soast“ stellten sich die zehn Frauen der Mundartgruppe „Querbeet“ vor, die sich selbst als die „Vellinger Zwiwweln“ (Villinger Zwiebeln) bezeichnen und von jedem Ort der Großgemeinde Bad Endbach auch den Neckname wussten. Die heimische Region ist dieser Gruppe nicht fremd. Bettina Wege-Lemp, die Leiterin von „Querbeet“ stammt aus Weidenhausen.

Liedvorträge mit viel „Tiefgang“ gehören zu dem Repertoire der zehn Sängerinnen, die die Konzertbesucher mit „Sonne, du willst uns verlassen“ auf den Herbst einstimmten. Sehr zur Erheiterung der Konzertgäste gab Ilona Zimmer-Alberding ein aus dem Jahre 1955 stammendes Rezept für eine gute Ehe preis, in denen das männliche Wesen als Herr des Hauses herausgestellt wird, den es gilt zu verwöhnen und wenn es mit dem Liebeslied ist „Du bist wie ein wildes Wasser für mich“ ist.

Dass die „Weibsleut“ gerne despedeiern (diskutieren) und meistens recht haben, durfte an diesem Abend nicht verschwiegen werden. Die Melodie des Liedes „Die Rose“ bildete die Untermalung zu der Frage: „War das denn Liebe?“. „Dou kannst, was de kannst, nit mie ean nejt winger, dou kannst, was de kannst, eann das eass nejt schlecht“, in diese Version eines Songs auf das Selbstbewusstsein und das eigene Können wurden die 250 Zuhörer einbezogen, die in den Refrain einstimmten.

Dass „ess die Rosi es“, die das Bottenhorner Bürgerhaus putzt, konnten die Besucher sehen und hörten auch, wozu noch ein „Läppchen“ (abgelegtes Kleidungsstück) gut ist. Schließlich sorgte das Anti-Thrombose-Lied dafür, dass sich die Zuhörer kräftig bewegen mussten.

Schließlich stellten die Mundartsängerinnen nach einem dreistündigen Programm fest: „Älter werden wir später“ und animierten zum Mitsingen bei der Feststellung „Leawe ess gewwe, en nomme“ (Leben ist geben und nehmen). Für die Mundartgruppe „Querbeet“ war dies ihr 53. Benefizkonzert.

von Helga Peter

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