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Abschluss der Erneuerung wird gefeiert

Dorferneuerung Abschluss der Erneuerung wird gefeiert

Nach 70 kommunalen und privaten Projekten geht die Dorferneuerung in Hartenrod zu Ende. Mit einem bunten Fest wird am 18. September der Abschluss des Dorferneuerungsprogramms gefeiert.

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Willi Arnold (links) und Hermann Bamberger vor dem Dorfzentrum „Jeegels Hoob“, dem Herzstück der Dorferneuerung in Hartenrod.

Quelle: Adrianna Michel

Hartenrod. „Hartenrod hat an verschiedenen Ecken an Schönheit gewonnen“, stellt Hermann Bamberger, der an der Dorferneuerung in Hartenrod mit beteiligt war, fest. „Unser Hartenrod – Im Herzen des Lahn-Dill-Berglandes – freundlich, liebenswert, aktiv“, lautete der Slogan der Dorferneuerung. „Wir haben an unserem Slogan lange herumgedoktert“, erinnert sich Willi Arnold, Vorsitzender des Dorferneuerungsausschusses.

Von 2001 bis 2009 dauerte die Dorferneuerung im größten Bad Endbacher Ortsteil. Es gab 19 kommunale Bewilligungen, dazu gehörten der Neubau des Dorfzentrums „Jeegels Hoob“, der Umbau des alten Dorfgemeinschaftshauses zum Haus der Vereine, die Renovierung des Backhauses, die Parkplätze hinter dem Backhaus und „Am Loh“ und die Öffnung der Salzböde.

Die Investitionskosten betrugen insgesamt knapp 1, 8 Millionen Euro, davon bekam die Gemeinde vom Land Hessen einen Zuschuss von knapp 1,1 Millionen Euro. Darüber hinaus gab es 51 private Vorhaben, die rund 1,2 Millionen Euro kosteten und mit 326.000 Euro bezuschusst wurden.

Bereits im Januar 1997 mussten die Hartenröder einen formlosen Antrag auf Aufnahme in das Dorferneuerungsprogramm stellen; damit begannen die Vorbereitungen bereits vier Jahre vor dem offiziellen Startschuss. „Von Anfang an war Jeegels Hoob das Projekt Nummer eins und wurde deswegen auch einstimmig auf der Prioritätenliste nach ganz oben gewählt“, erzählt Arnold. Doch das 2007 eingeweihte Dorfzentrum war nicht unumstritten.

Als der damalige Bürgermeister Jochen Becker auf einer Bürgerversammlung die Schätzung bekanntgab, dass Jeegels Hoob 2,4 Millionen Euro kosten würde, habe es einen Stimmungsumschwung im Ort gegeben. Sogar ein Bürgerbegehren wurde von einigen Gegnern initiiert. „Die Leute fanden, dass Jeegels Hoob zu teuer werden würde, dabei war es eigentlich von Anfang an klar, dass die Kosten sich auf 1,2 Millionen Euro belaufen würden, was am Ende auch zutraf“, teilte der langjährige Ortsvorsteher Arnold ärgerlich mit.

Ein weiteres Problem bescherte den Hartenrödern der Denkmalschutz. „Wir hatten es so verstanden, dass wir die alte Hofreite praktisch niederlegen und mit den gesicherten Bestandteilen wieder aufbauen würden“, berichtete Hermann Bamberger, derzeit kommissarischer Ortsvorsteher in Hartenrod. Die Denkmalschutz-Behörde sei aber strikt gegen einen Abriss gewesen und lehnte einen Wiederaufbau ab, da auf diese Weise ein neues Gebäude entstehen würde, sodass die Planungen komplett neu erarbeitet werden mussten.

„Heute ist Jeegels Hoob als neue Mitte im Ort das am besten belegte Haus in der Gemeinde und verursacht auch die wenigsten Kosten“, sagt Arnold, der zusammen mit Helmut Brodt und Dieter Domke Hausmeister im Dorfzentrum ist. „Fast alle Hartenröder sind stolz auf ihr Dorfzentrum, Kritiker gibt es mittlerweile kaum welche“, weiß Bamberger. Als Sahnehäubchen der Dorferneuerung bezeichnen die beiden den im Jahr 2003 gegründeten Kultur- und Förderverein, der sich nicht nur um Jeegels Hoob kümmert, sondern mit zahlreichen Veranstaltungen auch kulturelle Impulse im dörflichen Leben setzt.

von Adrianna Michel

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