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Hinterland Ab Samstag rollen die Busse wieder
Landkreis Hinterland Ab Samstag rollen die Busse wieder
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00:15 23.03.2014
Auch am Donnerstag gingen die Marburger Busfahrer wieder auf die Straße, um ihren Forderungen Gehör zu verschaffen – dazu versammelten sie sich zu einer Kundgebung auf dem Marktplatz. Quelle: Andreas Schmidt
Marburg

Das Bild war weniger imposant als einen Tag zuvor. Da waren etwa 800 Streikende des Öffentlichen Diensts durch Marburg gezogen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Gestern waren dann nur noch die Busfahrer im Ausstand. Doch auch sie zogen mit rund 50 Personen vom Busdepot durch die Stadt, um schließlich auf dem Marktplatz vor dem Rathaus auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen.

„Wir wollen Vaupel sehen“, skandierten die Demonstranten, unterstützten die Rufe mit Rasseln, Trillerpfeifen und Vuvuzelas. Die Rufe verhallten vielleicht ungehört, auf jeden Fall jedoch ohne Antwort: Der Oberbürgermeister zeigte sich nicht.

Dennoch trugen die Streikenden am Marktplatz-Brunnen ihre Forderungen vor: 12 statt bisher 11,04 Euro Stundenlohn, eine 39-Stunden-Woche und eine Anrechnung der Wendezeiten.

„Wir sind keine Raketenwissenschaftler. Aber ohne uns startet hier in Marburg kein Bus“, rief Jürgen Ubrig seinen Kollegen zu. Die Schichtzeiten dauerten von 4.30 Uhr bis kurz vor 2 Uhr in der Nacht, „wir haben Zehn- bis Zwölf-Stunden-Dienste, von denen aber nur sieben Achtel bezahlt werden“, rechnete er vor. Von daher sei es eine Frechheit, dass der Landesverband der Hessischen Omnibusbetriebe als Arbeitgeberverband die Forderungen als zu hoch zurückgewiesen habe.

„Unser Bundesland ist eines der reichsten, zahlt Jahr für Jahr in den Bundesfinanzausgleich ein. Warum nimmt man nicht von diesem Geld und investiert in die eigenen Leute?“, fragte Ubrig.

Mit Plakaten und Fahnen zogen die Streikenden aus dem öffentlichen Dienst durch die Marburger Innenstadt.

Jan Schalauske von der Marburger Linken rief den Streikenden zu: „Ihr seid hier vor dem Rathaus genau an der richtigen Stelle. Da sitzt nämlich die städtische Politik. Und die hat die Möglichkeiten, eure Situation zu ändern.“ Schließlich entschieden die Politiker darüber, wie der öffentliche Nahverkehr in Marburg ausgestaltet werde. „Ihr macht einen verdammt wichtigen Job“, so Schalauske. Doch die Stadt investiere nicht massiv in den ÖPNV, sondern diskutiere „über Seilbahnen, Schrägaufzüge und Bimmelbahnen.“ Er forderte die Busfahrer auf, standhaft zu bleiben, „auch, wenn euch bestimmt jetzt einiger Gegenwind entgegenwehen wird“.

Der Marburger DGB-Sekretär Dr. Ulf Immelt machte den Streikenden Mut: „Ihr werdet auch Solidarität erfahren.“ Der Landkreis habe 20000 Gewerkschaftsmitglieder, die stünden alle auf der Seite der Streikenden. Denn: „Ihr tretet nicht nur für eure, sondern auch für deren Rechte ein.“

Doch am Ausstand der Busfahrer gibt es auch Kritik. Vor allem stößt es vielen sauer auf, dass der Busfahrerstreik direkt in die Zeit der schriftlichen Abiturprüfungen fällt und die Abiturienten so zusätzlich gestresst werden. Jürgen Lauer von Verdi dazu: „Der Termin wurde von der Tarifkommission festgelegt. Und wenn die Busfahrer streiken gibt es immer jemanden, der darunter leidet, denn auf den Bus sind viele angewiesen.“ Seiner Meinung nach habe es jedoch keine Probleme gegeben, denn man habe früh genug über den Streik informiert.

Am Freitag findet der letzte Tag des Warnstreiks statt, ab Samstag fahren die Busse wieder.

von Andreas Schmidt

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