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Ab Montag soll sich die Müllabfuhr bessern

Nach Beschwerdewelle Ab Montag soll sich die Müllabfuhr bessern

Der kurze Weg zwischen den Mitarbeitern der MZV-Geschäftsstelle und des Disponenten des Abfuhrunternehmens soll dazu beitragen, Beschwerden der Kunden schneller abzuarbeiten.

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Gesehen in Gladenbach: Auch diese Restmülltonne wartete am Straßenrand auf Entleerung.

Quelle: Gianfranco Fain

Breidenbach. Der Müllabfuhrzweckverband (MZV) Biedenkopf hat seit der Umstellung auf ein neues Abfuhrunternehmen Probleme mit der Leerung der Tonnen für Restmüll, Papier und kompostfähigem Material. „Oh ja da klappt wirklich sehr viel nicht !!!“, „Einmal stand die schwarze Mülltonne zwei Wochen draußen, um geleert zu werden!“ oder „In Lohra/Altenvers „Auf der Sünde“ klappt die Abholung der Tonnen seit Januar nicht. Müssen fast jedes mal anrufen!“, lauteten einige der Rückmeldungen in der OP-Whatsapp-Gruppe auf den Artikel in der vorigen Woche.

Diese Äußerungen spiegeln nur einen kleinen Ausschnitt der Reklamationen wider. Bis zum Dienstag erfassten die MZV-Mitarbeiter seit der Umstellung zum Jahresanfang rund 1 330 Beschwerden von Kunden, berichtet Verbandsvorsteher Christoph Felkl auf Anfrage der OP.

Wobei diese Zahl nur bedingt aussagefähig ist, da die MZV-Mitarbeiter nicht alle Beschwerden ins digitale Auftragssystem einpflegten. Zum Beispiel solche, die sich um eine Verschiebung der Leerungszeit gegenüber dem Vorjahr um eine halbe Stunde handelt. Zum Teil gingen aber auch Mehrfachnennungen ein, gibt Felkl als weiteren Grund an. Die erfasste Beschwerdezahl gibt auch keine Auskunft darüber, ob ein Anrufer als Einzelbetroffener handelte oder die Leerung für einen ganzen Straßenzug reklamierte.

Wie schnell die Beschwerden abgearbeitet wurden, darüber gibt das Ticketsystem auch keine Auskunft. Nur soviel steht fest: Von den rund 1 330 Reklamationen arbeitete das Abfuhrunternehmen Knettenbrech und Gurdulic bisher rund 980 ab. Meist ging es um eine nicht geleerte Tonne, vereinzelt warteten die Kunden auch auf einen Tonnentausch, erklärt Felkl.

Verstärkte Kooperation statt Ersatzforderung

Das Abfuhrunternehmen relativiert die Beschwerdezahl. Es rechnet dem MZV vor, dass bei 5 000 bis 6 000 Leerungen pro Werktag die Anzahl der nicht erfolgten Leerungen bei 0,7 Prozent liege. Im Umkehrschluvss bedeute dies, dass 99,3 Prozent der Leerungen reibungslos erfolgten. Eine Rechnung, die Felkl nur zum Teil zufriedenstellt: „Wenn ich wiederkehrend zu den 0,7 Prozent gehöre, ist das in höchstem Maße unbefriedigend“, nimmt er die Position der MZV-Kunden ein.

Das entspricht 42 Kunden im Verbandsgebiet von Breidenbach bis Wohratal und Biedenkopf bis Fronhausen, die sich pro Tag beschweren und Arbeitskraft in der MZV-Zentrale­ binden. Dabei komme aus einigen Kommunen keine einzige Beschwerde, aus anderen meldeten sich Kunden, deren volle Tonnen stetig stehen blieben.

Um die Beschwerden zumindest schneller abzuarbeiten, verlagert der Disponent des Abfuhrunternehmens ab Montag übergangsweise sein Büro in die Geschäftsstelle des MZV. „Wir versprechen uns hiervon ein höheres Maß an Verständnis für die Position des anderen und eine deutliche Verkürzung der Kommunikationswege“, erklärt Felkl.

Subunternehmen wird nicht für Entlastung sorgen

An den grundsätzlichen Problemen des aus der Ausschreibung hervorgegangenen günstigsten Anbieters dürfte diese Maßnahme aber wenig ändern. Die Lieferung von bestellten Fahrzeugen verzögerte sich und somit die Bestückung dieser mit den nötigen Aufbauten. Zudem seien keine Fahrer mit der erforderlichen Lizenz zu finden.

Vor diesem Hintergrund setzt der MZV auf verstärkte Kooperation und verzichtet noch auf die Forderung eines finanziellen Ausgleichs, obwohl dieser, wie Felkl berichtet, in der Vereinbarung mit dem Abfuhrunternehmen „in bestimmten Konstellationen“ vorgesehen ist. Auch der Einsatz eines Subunternehmens, der im Auftrag die Leerung unterstützt, ist für den MZV „zum jetzigen Zeitpunkt keine Option. Ich stelle­ mir die organisatorische Abwicklung auch schwierig vor“, gibt Felkl zu bedenken.

Über Gebührenerstattung ist zu verhandeln

Etwas anderes wäre es, wenn Kunden einen Teil der Gebühren zurückfordern würden, weil Bio- oder Restmüll – für die Leerung der gelben und blauen Tonne zahlen die Kunden nichts – wiederholt ungeleert bleiben. Dann müsse man mit den Kunden ins Gespräch kommen und „gegebenenfalls Gebühreneinbehalte durchreichen“.

von Gianfranco Fain

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