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700 Kinderträume in Päckchen gepackt

Kinder helfen Kindern 700 Kinderträume in Päckchen gepackt

"Einpacken, anpacken, auspacken" ist nicht nur das Motto der Aktion "Kinder helfen Kindern", sondern auch der Leitspruch für Martha Röske. Beim Helfen verzichtet die 84-Jährige zuweilen sogar auf ihre Möbel.

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Martha Röske mit einem bunt verzierten Karton. Die 84-Jährige steht vor dem Fenster aus dem Kisten nach draußen gereicht werden. Im Hintergrund ist der in Teilen beladene Lkw zu sehen.Foto: Dennis Siepmann

Weipoltshausen. Sie mag nicht gerne über sich sprechen. Es ist ihr merklich unangenehm. Die vielen Helfer seien es, die es hervorzuheben gelte. Martha Röske läuft aufgeregt durch ihre Wohnung, die sich in den vergangenen beiden Monaten enorm verändert hat. Hunderte Kartons stapelten sich in den Räumen. So viele, dass die 84-Jährige mit Platzproblemen zu kämpfen hatte. Das ging so weit, dass Röske einzelne Möbelstücke auslagerte - eine freundliche Nachbarin hatte ihre Hilfe angeboten.

Schulen und Kindergärten beteiligen sich an der Aktion

Nun wuseln fleißige Helfer durch die Wohnung, tragen Päckchen um Päckchen in den Lkw mit dem Darmstätter Kennzeichen, der vor der Wohnung steht. Zwei Monate hat Martha Röske in heimischen Kindergärten, Schulen und Vereinen für die Aktion „Kinder helfen Kindern“ der Hilfsorganisation „ADRA Deutschland“ geworben. Im Landkreis tut sie dieses bereits seit neun Jahren. Viele wissen deshalb Bescheid und bringen die Kisten in die „zentrale Sammelstelle“ - so ist mittlerweile Bezeichnung für Martha Röskes Haus.

In diesem Jahr gehen die etwa 700 eingesammelten Pakete von Weipoltshausen über die „Ardra“-Zentrale in Darmstadt weiter nach Bosnien. Dort werden sie dann an arme, traumatisierte und sozial benachteiligte Kinder übergeben. Eine kleine Freude, pünktlich zu Weihnachten. „Es ist einfach toll, wenn so viele Menschen mithelfen“, sagt Martha Röske. Tochter Anja Schmidl ist eine dieser Helferinnen. Sie kümmert sich unter anderem darum, das die Kartons zu den teilnehmenden Einrichtungen gelangen und später auch wieder abgeholt werden.

Die Päckchen werden dann vor Ort von Schülern oder Kindergartenkindern, aber auch von Eltern und Senioren mit Spielsachen, Bastel- und Schulbedarf, Süßigkeiten oder Hygieneartikeln bestückt. Damit die notleidenden Kinder in Bosnien möglichst gleichwertige Pakete erhalten, kontrollieren Röske und ihre Helfer die eingehenden Kartons, bevor sie für den endgültige Versandeingelagert werden. „Drei Päckchen nachzuschauen dauert etwa eine Stunde“, sagt Martha Röske. Zeit, die sie gerne investiert.

Die Hilfsorganisation „Adra“ nimmt auch gebrauchte Artikel. Ein Fakt, der vielen gefällt, wie Schmidl berichtet: „Man muss sich doch nur mal überlegen, wie viele Spielsachen irgendwann einfach nur noch rumliegen“. Besonders angefragt wurden in diesem Jahr so genannte Wärmespender: Mützen, Schals, Socken oder Handschuhe. „Auch warme Winterjacken werden wir mitgeben“, sagt Röske. Materielle Dinge sind wichtig für die Kinder, jedoch braucht es auch Geld für die Transportkosten: fünf Euro pro Paket. „Geld, das wir unmöglich auch noch von den Päckchen-Spendern verlangen können“, sagt Anja Schmidl. Deshalb gebe es immer noch separate Spendenaktionen , um die nötigen finanziellen Mittel zu beschaffen. „Das funktioniert auch immer“, ergänzt Schmidl.

Martha Röske muss jetzt gleich noch telefonieren - die Pakete aus Wetzlar sind noch nicht eingetroffen. Die Pakete aus Weipoltshausen sind hingegen schon fast komplett im Lkw verschwunden. Und nun? „Erst mal sauber machen“, sagt Martha Röske und ist schon wieder verschwunden.

von Dennis Siepmann

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