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Hinterland 52 Menschen sterben in Dautphe bei Bombenangriff
Landkreis Hinterland 52 Menschen sterben in Dautphe bei Bombenangriff
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20:30 15.03.2015
Dautphe

Bei strahlendem Sonnenschein nahm das Unheil seinen Lauf. In der Dautpher Dorfchronik ist ein Bericht des damaligen Augenzeugen Heinrich Hebener festgehalten: „Kurz nach 14.30 Uhr flogen sechs alliierte Bomber aus Richtung Hommertshausen/Silberg kommend Dautphe an. In Höhe der Kirche drehten sie nach links ab. Kurz danach hörte man eine starke Detonation und sah einen mächtigen Rauchpilz zwischen Biedenkopf und Ludwigshütte aufsteigen.“ Weiter heißt es: „Einige Zeit später flogen etwa zwölf Bomber mit Jagdschutz aus Richtung Silberg unser Dorf an. Ungefähr in Höhe der Badeanstalt klinkten die am weitesten links fliegenden Bomber ihre Bomben aus.

Sekunden später erfolgten im Dorf starke Detonationen. Furchtbares Splittern, Krachen und Bersten erfüllte die Luft, dazwischen als dumpfer Unterton das Umstürzen der Hausmauern.

Tags zuvor machten dieAlliierten Luftaufnahmen

Aus den zusammengestürzten Häusern hörte man furchtbare Hilferufe der Verschütteten. Es waren grauenvolle Stunden.“

Durch einen Volltreffer wurde die Kleiderfabrik Bernhardt getroffen, und 37 Menschen - vorwiegend junge Mädchen, die in der Schneiderei arbeiteten - kamen ums Leben. Wilhelm Bernhard hatte 1936 in Dautphe die Schneiderei gegründet. 1945 wurden dort Uniformen für die Wehrmacht hergestellt. Das war offenbar auch den Alliierten bekannt. Einen Tag vor dem Angriff hatten Aufklärungsflugzeuge Luftaufnahmen von Dautphe gemacht. Diese kamen auf Umwegen 1995 nach Dautphe und wurden dort in einer Ausstellung gezeigt.

Insgesamt forderte der Luftangriff 52 Opfer, ein Teil des Ortskerns lag in Schutt in Asche. Der ganze Straßenzug unterhalb der Kleiderfabrik, die damalige Ortsstraße und heutige Dorfstraße, war mehr oder weniger zerstört.

Wenige Minuten vor dem Angriff auf Dautphe waren Biedenkopf und die Ludwigshütte bombardiert worden. Bereits am Morgen des 16. März starben sieben Menschen in einem Personenzug, der getroffen wurde, als er in den Bahnhof von Wallau einfuhr.

von Hartmut Berge

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