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500 Besucher erleben Heeresmusikkorps

Gladenbach 500 Besucher erleben Heeresmusikkorps

Bereits zum zwölften Mal lud das Heeresmusikkorps 2 aus Kassel zu einem klangvollen Benefizkonzert in das Gladenbacher Haus des Gastes.

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Mit einem abwechslungsreichen Programm überzeugten die Musiker des Heeresmusikkorps 2 aus Kassel bei ihrem Benefizkonzert zugunsten Parkinsonkranker.

Gladenbach. Annähernd 500 Zuschauer erlebten ein buntes Unterhaltungsprogramm und unterstützten mit dem Kauf ihrer Eintrittskarte zugleich die Arbeit des Fördervereines Parkinson Wohnheim.

„Ich denke, viele haben von Jahr zu Jahr weniger daran geglaubt, dass es uns noch gelingen wird, das Projekt Parkinson-Wohnheim in Gladenbach tatsächlich zu realisieren“, vermutete Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim zu Beginn seiner Begrüßungsansprache. Erfreut berichtete er anschließend davon, dass der erste Spatenstich für das hessenweit, wenn nicht gar deutschlandweit, einzigartige Wohnheim für Parkinsonkranke jetzt unmittelbar bevorsteht.

Mit dem örtlichen Altenpflegeheim der AWO haben der Förderverein-Wohnheim-Parkinson im Landkreis Marburg-Biedenkopf und die Stadt Gladenbach nun endlich einen für die Umsetzung des Projektes geeigneten Partner gefunden. „Die Baugenehmigung ist bereits beantragt und wenn das Wetter mitspielt, werden die ersten Arbeiten an dem einmal elf Wohneinheiten beherbergenden Heim noch in diesem Jahr beginnen“, so Knierim.

Mit dazu beigetragen haben die Musiker des Kasseler Heeresmusikkorps 2. „Mit seinen Benefizkonzerten in Gladenbach hat das Orchester bisher insgesamt 33.000 Euro an Eintrittsgeldern und Spenden für das Projekt Parkinson-Wohnheim erspielt“, würdigte der Bürgermeister.

Auch dieses Mal präsentierten die seit Mai 2008 unter der Leitung von Oberstleutnant Reinhard Kiauka stehenden Musiker wieder ein abwechslungsreiches Programm. Moderiert vom Dirigenten erklangen Filmmusikmotive, volkstümliche Melodien, konzertante Werke, Schlagerevergreens und anspruchsvolle Popmusik, wie Jimmy Webbs „Mac Arthur Park“. Liebhaber schmissiger Militärmärsche freuten sich zudem über den „Fehrbelliner Reitermarsch“ und „Hoch Heidecksburg“.

Zu den Glanzlichtern des Abends gehörten Auszüge aus Carl Orffs „Carmina Burana“. Gerade bei den wuchtigen und mächtigen Motiven zu Ehren der Schicksalsgöttin Fortuna bewies das überwiegend aus musikbegeisterten Zeit- und Berufssoldaten bestehende Orchester eindrucksvoll seine Fähigkeit, mithilfe wohldosierter Dynamikwechsel und einer feinen Melodieführung, auch anspruchsvolle klassische Werke umzusetzen. Gerade die raffinierte Schlichtheit der eigentlich als Chorwerk gedachten Komposition, die mit ihrer archaisierenden Harmonik ganz auf die Kraft der Melodien setzt, bot den Zuhörern einen faszinierenden Einblick in die umfangreichen Spielarten und symphonischen Klangmöglichkeiten der Blechbläser.

Zu einem wahrhaft bildhaften Erlebnis wurde das lautmalerische „Arche Noah“ – ein zeitgenössisches Stück symphonischer Blasorchester-Literatur. Mit dem zarten Trällern der Flöten kamen die zwitschernden Vögel an Bord der Arche. Klanglich abgebildet vom Tubaregis ter stampften die Elefanten und Nashörner an Deck. Nach dem tosenden Inferno prasselnder Wassermassen, während dessen die Arche klangvoll erlebbar als winziger Punkt auf den wild hin- und herschlagenden Wellenkämmen tanzte, intonierten die Klarinetten am Ende ganz pianissimo das Lied der Hoffnung.

Unter der Leitung von Kiauka überzeugten die Musiker auch bei dieser rhythmisch abwechslungsreichen Komposition durch differenziertes Spiel, das immer jedem Instrument ausreichend Raum zur Entfaltung gab. So konnte der individuelle Klang jedes einzelnen Bläsers zum gelungenen Gesamtarrangement beitragen.Aufgelockert wurde der geschlossene Blasorchesterklang wiederholt durch die abwechslungsreich aus dem Ensemble herausgelösten, virtuosen Instrumentalsolisten. Für ein zusätzliches Glanzlicht an diesem Abend sorgte die Gesangsdarbietung von Udo Seifert, der das Publikum mit seiner Interpretation eines Udo Jürgens-Medleys begeisterte.

Die Zuschauer bedankten sich mit begeistertem Applaus für den abwechslungsreichen Konzertabend.

Die Eintrittsgelder werden vollständig als Spende dem Förderverein Parkinson-Wohnheim im Landkreis Marburg-Biedenkopf zufließen.

Eine besondere Ehrung wurde an diesem Abend dem früheren Gladenbacher Stadtverordnetenvorsteher und ehemaligen Berufssoldaten Roland Petri zuteil. Petri, der alljährlich die Organisation der von ihm initiierten Benefizkonzerte übernimmt, wurde im festlichen Rahmen dieses Abends mit einer unerwarteten Beförderung zum Oberstabsfeldwebel der Reserve durch Oberstleutnant Helmut Scharfenberg überrascht.

von Martina Westermann

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