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370 Bienenvölker in einem Verein

Festkommers 370 Bienenvölker in einem Verein

Mit einem Kommers zum 140-jährigen Bestehen des Bienenzuchtvereins Gladenbach und Umgebung begann die zweitägige Feier im Bürgerhaus in Sinkershausen.

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Ein Imker betrachtet in einem Rapsfeld an seinen Bienenkästen die Waben-Platten aus Bienenwachs. Archivfoto

Quelle: Stefan Thomas

Sinkershausen . Vorsitzender Hans-Christian Mika ließ die Vereinsgeschichte Revue passieren. 1872 hat der Oberhessische Bienenzüchterverein sein Vereinsgebiet in 20 Sektionen (Abschnitte) in Hessen-Darmstadt und drei in Preußen liegende Sektionen neu geordnet. Dies waren Braunfels, Gladenbach und Niederweimar. Die Sektion Gladenbach war der Vorgänger des heutigen Bienenzuchtvereins 1872 Gladenbach.

Der heutige Ehrenvorsitzende Erhard Franz habe den Imkerverein vor allem durch die Einführung der Carnica-Bienenzucht und damit der Verdrängung der dunklen Biene geprägt, lobte der Vorsitzende. Trotzdem müsse stets daran gearbeitet werden das Reinzuchtgebiet Gladenbach zu erhalten, sagte Mika. Ein Problem stelle die Varroa-Milbe dar, dessen Bekämpfung sehr schwierig sei. 2007 erfuhr Mika auf einer Schulungsveranstaltung in Niederaula vom Probeimkern und setzte dieses Konzept auch zusammen mit dem Gladenbacher Verein im folgenden Jahr um. Seit 1989 unterhält der Verein zudem einen Bienenstand mit fünf Völkern an der Europaschule Gladenbach, wo den Schülern das Imkern nähergebracht wird. Oberstudienrat Markus Wege betreut die Jugendarbeit an der Schule. Zurzeit hat der Verein mehr als 80 Mitglieder mit 370 Bienenvölkern.

Bundestagsabgeordneter Sören Bartol betonte, dass es in 140 Jahren der Vereinsgeschichte Höhen und Tiefen gegeben hat: Nicht nur bei den technischen Errungenschaften, sondern auch bei den Bienen habe sich im Laufe der Jahrzehnte einiges geändert. Bartol habe großen Respekt vor der Biene als hochwertiger Honiglieferanten. Das Hobby Imkerei sei für die Landwirtschaft von großer Bedeutung und mit sehr viel Arbeit verbunden. Dem Jubiläumsverein wünschte er weiterhin einen guten Austausch mit den anderen Imkern.

„Wir können stolz sein, einen solchen Traditionsverein in unserer Mitte zu haben“, sagte Stadtverordneter Armin Becker. Nicht umsonst habe die Stadt Gladenbach dem Verein 1994 und 2010 den Umweltschutzpreis verliehen.

Kreisbeigeordneter Helmut Wege bezeichnete die Imker als Dienstleister, denn die Bezeichnung Hobby sei ihm dafür zu wenig. Die Imker betreuen nicht nur die Bienenvölker, sondern sie schleudern auch den Honig, dabei geht es ihnen nicht nur um Erfolge, sondern sie erbringen so für die Menschen und die Natur eine Dienstleistung.

Edmund Zimmermann (Junge Liste/Bündnis 90 Grüne) lobte den „rührigen“ Verein, der wachse, weil er eine große Anziehungskraft auf die Menschen ausüben

Günter Raab, Vorsitzender des Kreisimkervereins Biedenkopf, erläuterte, dass der Verein seinen Ursprung im Oberhessischen Bienenzüchterverein hat, der am 12. April 1860 in Gießen gegründet und im Mai vom Großherzoglichen Ministerium genehmigt wurde. Zudem sei eine Aufteilung in Gebiete, beziehungsweise Sektionen vorgenommen worden. Zweck der Vereinsgründung war die „Förderung der Bienenzucht“.

Damals wie auch heute, habe für die überwiegend allein arbeitenden Imker der Erfahrungsaustausch im Vordergrund gestanden. Ein nicht mehr weg zu denkender Faktor sei die biologische Tätigkeit der Biene zur Aufrechterhaltung des Gleichgewichts in der Natur. In der Ökologie spiele die Biene eine sehr wichtige Rolle, denn wenn sie fehlt, ist das Ökosystem gestört.

Für die Imkerei sei ein ganzjähriges bienengerechtes Pollen- und Nektarangebot unverzichtbar. Damit werde auch die Lebensgrundlage für die Menschen geschützt.

Raab ging auch auf die Intensivierung der Landwirtschaft ein und betonte, dass die Bienenzüchter weiterhin ihre Interessen einbringen sollen, um für nachfolgende Generationen eine bienenfreundliche Landschaft zu erhalten.

von Ingrid Lang

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