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25000 Euro investiert

Bad öffnet Pforten 25000 Euro investiert

Weil das Wetter in den vergangenen Tagen noch nicht mitspielte, öffnete das Freibad in Weidenhausen erst gestern seine Pforten.

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Die „Abnahme-Kommission“ hatte gestern nichts zu beanstanden (von links): Alexandra Viehl, Schwimmmeister Christof Weber, Ortsvorsteher Willi Keck, Geschäftsführer Günter Euler und Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim.Foto: Michael Tietz

Gladenbach. Die Eisheiligen machten in diesem Mai ihrem Namen alle Ehre, und sie dauerten länger als vorgesehen.

Das habe einer früheren Eröffnung der Badesaison in Weidenhausen einen Strich durch die Rechnung gemacht, bedauert Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim und schiebt die Schuld auf Bonifatius und Co.

Es schien zu wenig Sonne, deshalb schaffte es die Absorberanlage auf dem Dach der Funktionsgebäude des Bades nicht, das Wasser auf erträgliche Temperaturen zu bringen. Zudem kühlte das Wasser bei in der vergangenen Woche noch frostigen Nachttemperaturen rapide ab. Nun, da es endlich sommerlich warm ist, konnte der Startschuss für die Saisoneröffnung gegeben werden.

Schwimmmeister Christof Weber legte in den vergangenen Tagen letzte Hand an. Und er freute sich, dass die Wassertemperatur in den Becken gestern Vormittag auf 20 Grad geklettert war.

Wer sich in der Sonne entspannen, in Ruhe seine Bahnen ziehen oder Neuigkeiten austauschen möchte, der ist im Freibad Weidenhausen gut aufgehoben. Das ist zwar nicht der ausgewiesene Werbeslogan für die ruhig gelegene Anlage am Ortsrand Weidenhausens, aber der Grund dafür, dass im Jahresschnitt gut 13000 Besucher das Sommerbad aufsuchen. 2009 waren es fast 14000.

Aber im vergangenen Jahr gab‘s einen Einbruch wie selten. Weil der Haupt-Bademonat Juli fast komplett ausfiel und es auch im August oft regnete kamen die gesamte Saison über gerade mal 7000 Besucher.

Solaranlage sorgt für warmes Badewasser

Kein Platz in Weidenhausen dient bei Freibadwetter mehr der Kontaktpflege als das etwas versteckt gelegene, trotzdem leicht erreichbare Areal „Auf dem Bruch“. Mit welcher Absicht Besucher die Anlage auch immer betreten mögen, gleich am Eingang kriegen viele Appetit. Denn es riecht sehr oft nach leckeren, frischen Pommes. Die und vieles mehr gibt‘s am Kiosk. Ist man nicht gerade gekommen, um nur Bahnen zu ziehen, dann fällt es schwer, die Eingangszone zu verlassen. Dort gibt es nämlich auch einen kleinen Biergarten. Eltern mit ihren kleinen Kindern biegen gleich rechts ab in Richtung Plantschbecken, das mit einem Schatten spendenden Sonnensegel ausgestattet ist.

Wer den Kopf nur über Wasser halten kann, wenn er Boden unter den Füßen spürt, der ist im Nichtschwimmerbecken genau richtig, es ist auch mit einer Rutsche ausgestattet. Großer Beliebtheit erfreut sich die Beachvolleyballanlage. Die ausreichend große Liegewiese lädt zum Entspannen ein, und der alte Baumbestand bietet reichlich Sonnenschutz. Auf dem Dach des Funktionsgebäudes verrichtet seit 1991 eine Solaranlage - fachdeutsch: Absorberanlage - ihre Arbeit. Sie sorgt dafür, dass in Weidenhausen recht schnell angenehme Wassertemperaturen herrschen: Das Badewasser wird aufs Dach gepumpt. Dort läuft es durch ein Labyrinth von schwarzen Schläuchen, wird durch Sonneneinstrahlung direkt aufgewärmt und wieder in die Becken gepumpt. 2006 wurde die Anlage komplett erneuert. Die KFG investiere regelmäßig in das Bad, um es zu erhalten betonte gestern Bürgermeister Klaus Dieter Knierim.

KFG investierte in 10 Jahren mehr als 200000 Euro.

Mehr als 200000 Euro hat die KFG in den vergangenen zehn Jahren für die Weidenhäuser Anlage ausgegeben. 25000 Euro seien alleine in diesem Frühjahr investiert worden, berichtet der Bürgermeister. Ein großer Betrag wurde für Ausbesserungsarbeiten an den 50 Jahre alten Schwimmbecken ausgegeben. Neben dem Zahn der Zeit nagt auch der Frost am Beton und lässt ihn bröckeln. Immer wieder austauschen müsse man kaputte Rinnensteine. Da sie nicht mehr hergestellt würden, habe man sich einen kleinen Vorrat angelegt, der reiche aber nur noch für ein paar Jahre, berichtet der Bürgermeister. Heinrich Reitz, zuständig für die technische Leitung der Bäder, erklärt: „Das Weidenhäuser Bad hat eine tiefliegende Überlaufrinne.“ Hingegen würden moderne Überlaufrinnen außerhalb des Beckens installiert und mit einem Gitter abgedeckt. Weil es nur noch wenige alte Bäder wie das in Weidenhausen gibt, lohnt sich die Herstellung der Betonsteine nicht mehr. Bisher kostete ein Rinnenstein etwa 50 Euro, bald haben sie Sammlerwert. Doch Beckenkopf und Rinnensteine sind nur ein Teil dessen, was sanierungsbedürftig ist. Jährlich müssen die Becken neu gestrichen sowie Beton- und Putzarbeiten verrichtet werden. Ein Teil der Investitionen floss diesmal auch in die Anschaffung einer neuen Chlorgasanlage sowie in neue Türen für die Funktionsgebäude.

Darüber hinaus wurden in den Becken neue Ablaufsiebe installiert, die alten entsprachen nicht mehr den Unfallverhütungsvorschriften. Trotz der Investitionen habe die KFG die Eintrittspreise nicht erhöht, betonte deren Geschäftsführer Günter Euler. Ausdrückliches Lob gab‘s vom Bürgermeister auch für das Engagement der Schwimmbadfreunde Weidenhausen. 15 Jahre lang wurde der Schwimmbadkiosk vom Ehepaar Anita und Günter Klughardt betrieben. Nun haben Bernd und Alexandra Viehl diese Aufgabe übernommen, die auch die Gastronomie im Freizeitbad „Nautilust“ betreiben.

von Hartmut Berge

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