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Hinterland 25 Betriebe wollen auf Bio umstellen
Landkreis Hinterland 25 Betriebe wollen auf Bio umstellen
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20:19 23.02.2011
Kontrolle ist bei der ökologischen Erzeugung von Lebensmitteln alles, weiß Claudia Holewa, Kontrolleurin des Regierungspräsidiums Gießen. Quelle: RP

Marburg. Von einem Boom wollte Dr. Markus Morr, Pressesprecher des Landkreises, am Mittwoch auf Nachfrage der OP zwar nicht sprechen, der Anstieg falle aber deutlich höher aus als in den Vorjahren, betonte er.

Derzeit gibt es in der Region Marburg-Biedenkopf 125 als ökologische Erzeuger zertifizierte Betriebe. „25 weitere werden ihre Produktion noch in diesem Jahr im Zuge des Hessischen Integrierten Agrarumweltprogrammes umstellen“, berichtete Morr. Das entspricht einem Anstieg um 20 Prozent. „In den Vorjahren hatten wir hier eine Steigerung zwischen drei und fünf Prozent“, ergänzte der Pressesprecher.

Das Ziel des Hessischen Integrierten Agrarumweltprogrammes (HIAP) ist es, die nachhaltige Bewirtschaftung landwirtschaftlicher und naturschutzfachlich wertvoller Flächen in Hessen zu sichern. Eine der geförderten Möglichkeiten dabei ist die Umstellung des gesamten Betriebs auf ökologischen Landbau. Daran wollen sich die 25 heimischen Landwirte, die diese Umstellung planen, nun beteiligen.

Wenn auch Morr nicht von einem Bio-Boom im Landkreis Marburg-Biedenkopf reden wollte, das Regierungspräsidium (RP) Gießen tut es bei einem wesentlich geringeren Anstieg für ganz Hessen: Nach Ansicht der RP-Experten verzeichnet die Branche „einen regelrechten Boom“ – allein 98 neue Betriebe seien im vergangenen Jahr hinzugekommen und würden der Statistik zu einem Anstieg um 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf nunmehr 2.456 Betrieben in Hessen verhelfen.

„Die meisten Neubetriebe sind im Handel zu verzeichnen, dies betrifft vor allem auch den Internethandel“, erläuterte Gudrun Baum, RP-Abteilungsleiterin für Ländlichen Raum, Natur, Forsten und Verbraucherschutz. Demnach gibt es derzeit 1.733 Öko-Erzeugerbetriebe, 537 verarbeitende Unternehmen, 22 Importeure und 160 Handels- sowie vier Futtermittelbetriebe in Hessen, die strengen behördlichen Kontrollen unterliegen.

Die steigende Nachfrage an Bio-Produkten hat nach Ansicht der Expertin mehrere Gründe: Während früher die biologischen Erzeugnisse nur in Naturkostläden oder bei Direktvermarktern erhältlich waren, kann mittlerweile jeder Biobrötchen, -gemüse, -eier oder -fleisch im Supermarkt und beim Discounter erwerben. Auch die jüngsten Lebensmittelskandale würden immer mehr Bürger dazu veranlassen, genau hinzuschauen, wo die Lebensmittel herkommen und im Zweifel nach dem Produkt mit dem Bio-Siegel zu greifen.

von Katharina Kaufmann

Mehr lesen Sie am Donnerstag in der Printausgabe der OP.