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21-Jähriger muss ins Gefängnis

Gericht 21-Jähriger muss ins Gefängnis

Wegen schweren Raubes, Körperverletzung, Gefährdung im Straßenverkehr, Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Bedrohung und Nötigung muss ein 21-Jähriger für 27 Monate hinter Gitter.

Marburg. Der angeklagte Hinterländer hat laut Richter Cai Boesken bereits einen „Ritt durch das Strafgesetzbuch“ hinter sich und sitzt seit drei Monaten wegen mehrerer Diebstahlsdelikte in Untersuchungshaft. Sein größtes Problem ist die Drogensucht, die meisten Taten seien beschaffungskrimineller Art, wie er selbst erklärte. Bereits im Alter von 9 Jahren habe er Drogen konsumiert, mit 12 sei er zum Heroin gekommen, mittlerweile sei er abhängig.

16 Delikte wurden gestern vor dem Amtsgericht Marburg verhandelt. Dem Angeklagten wurde unter anderem vorgeworfen, einen Bekannten am 29. April 2009 durch räuberische Erpressung zur Herausgabe eines Fernsehers gezwungen zu haben, verbunden mit der Drohung, ihm das Gesicht „wie eine Landkarte“ zu zerkratzen.

Der Vorwurf der räuberischen Erpressung konnte nicht aufrecht erhalten werden, da ein Zeuge sich an keine Details erinnern konnte. Ein weiterer Vorfall ereignete sich in einem Gladenbacher Baumarkt, wo der 21-Jährige Diebesgut mit der Drohung, „alle abzustechen“, sichern wollte. Die Tatsache, dass der zur Tatzeit 20-Jährige ein Messer in der Hosentasche mit sich führte, genügte, um den Tatbestand eines schweren Raubes zu erfüllen.

Staatsanwältin Kathrin Ortmüller plädierte für eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und acht Monaten. Richter Boesken begründete sein Urteil von zwei Jahren und drei Monaten mit der „äußerst schwierigen Lebenssituation und Sozialisation“ des Angeklagten, von dessen sieben Geschwistern sechs ebenfalls drogenabhängig sind.

von Björn-Uwe Klein

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