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15 Ausbildungsberufe unter einem Dach

Firma Fritz Winter 15 Ausbildungsberufe unter einem Dach

Bei ihrem „Tag der Ausbildung“ verzeichnete am Samstag die Stadtallendorfer Eisengießerei Fritz Winter mit rund 900 potenziellen Berufsanfängern und ihren Familienangehörigen eine enorme Resonanz.

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Fabian Gies (rechts), der derzeit bei der Eisengießerei ein duales Studium absolviert, führte eine der Besuchergruppen durch die Produktion.

Quelle: Alfons Wieber

Stadtallendorf. Zum sechsten Mal in Folge bot die Firma zahlreichen Schülern aus dem regionalen Umfeld in der Bewerbungs- und Orientierungsphase des letzten Schuljahres sowie Bewerbern für ein duales Studium eine Plattform, um sich auf dem Betriebsgelände und in der Lehrwerkstatt ein Bild von den Möglichkeiten und Anforderungen der Stadtallendorfer Eisengießerei zu machen. Mit insgesamt 15 unterschiedlichen Ausbildungsberufen, die sich vom Gießereimechaniker und Industrieelektriker, über den technischen Modellbauer und den Werksfeuerwehrmann bis hin zu gastronomischen Berufen als Hotelfachkraft oder Koch erstrecken, bietet die Stadtallendorfer Firma eine Breite an Ausbildungsmöglichkeiten, die in der Region Ihresgleichen sucht. Bei der von Patricia Gerhard und Sarah Elmshäuser organisierten Veranstaltung boten junge Mitarbeiter, die derzeit in der Firma ihre Ausbildung absolvieren, an verschiedenen Stationen Einblicke in ihre Tätigkeitsfelder und Aufgabenbereiche. „Es hat sich bewährt, die unterschiedlichen Berufsmöglichkeiten nicht durch die Ausbilder sondern durch die Azubis selbst vorstellen zu lassen. Sie sprechen die Sprache der potenziellen Bewerber und stellen damit leichter den Draht zu ihren Altersgenossen her“, betonte Sebastian Höhn aus der Personalabteilung.

Ein absoluter Renner waren die jeweils rund 25 Minuten dauernden Werksführungen. Dabei wurde den Besuchern unter anderem der Weg des Rohmaterials über die Verarbeitung bis hin zum fertigen Produkt gezeigt. Dafür nahmen die Interessierten, die aus Sicherheitsgründen speziell eingekleidet wurden und einen Schutzhelm und eine Schutzbrille tragen mussten, sogar lange Wartezeiten in Kauf. Die jeweiligen Führer der Besuchergruppen lieferten den Teilnehmern ein plastisches Bild von der Schrottanlieferung, der Hand- oder maschinellen Gussformenherstellung über den Gießvorgang bis hin zur Nachbearbeitung der teilweise einbaufertigen Gussstücke.

Die Eisengießerei ist seit ihrer Gründung durch Fritz Winter im Jahre 1951 bis heute immer noch ein reines Familienunternehmen. Damals hatte es in Deutschland rund 2000 Eisengießereien gegeben. Heute teilt sich dieser Markt auf nur noch 140 Eisengießereien auf. Davon ist die Firma Winter die Größte. Zurzeit bildet die Stadtallendorfer Firma rund 150 Lehrlinge in 15 unterschiedlichen technischen und nichttechnischen Berufszweigen aus. 99 Prozent aller bei Winter hergestellten Gussteile werden für die Automobilindustrie produziert.

Gute Berufschancen nach erfolgreicher Ausbildung

Der Schwerpunkt der Stadtallendorfer Firma liegt dabei neben Motorblöcken aller Größen, Hydraulikgehäusen, Nockenwellen, Schwungrädern und Bremstrommeln vor allem auf Pkw- und Lkw-Bremsscheiben. Jährlich werden davon rund 20 Millionen Stück für die verschiedensten Autohersteller einbaufertig produziert. Alleine Volkswagen erhält davon 400000 Stück. Im Gegenzug dazu verkauft der Wolfsburger Konzern seinen Abfallschrott wieder an Winter zurück. Den Ausbildungsbewerbern, die bei Winter eine Lehrstelle erhalten, garantiert die Firma nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung die Übernahme in ein zunächst 18 Monate dauerndes Arbeitsverhältnis, das nach entsprechender Bewährung in ein unbefristetes umgewandelt werden kann.

von Alfons Wieber

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