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140 Frauen begeben sich auf Luthers musikalische Spur

Dekanatsfrauentag 140 Frauen begeben sich auf Luthers musikalische Spur

Viele Lieder im evangelischen Kirchengesangbuch hat der Reformator Martin Luthers nicht nur getextet, sondern auch vertont. Grund genug, im Jahr der Kirchenmusik und kurz vor dem Reformationstag die Lieder Luthers zum Thema des Dekanatsfrauentreffens zu machen

Buchenau. Fast 140 Frauen folgten am Sonntagnachmittag im Buchenauer Bürgerhaus dem Biedenkopfer Dekanatsfrauenteam auf eine musikalische Entdeckungsreise unter dem Titel „Ich liebe die Musik“.

Luther hatte schon früh die Bedeutung der sich rasch verbreitenden Lieder für die reformatorischen Ideen erkannt und wusste sie zu nutzen, erläuterten Uschi Kreutz, Uschi Schmidt, Elisabeth Springer und Gudrun Stark vom Dekanatsfrauenteam. Eingangs machten sie mit szenischen Einblicken in Luthers Zeit anschaulich, welche Umwälzungen und Veränderungen des Weltbilds die Menschen zu Beginn der frühen Neuzeit erlebten - wie zum Beispiel die Erfindung des Buchdrucks. Da nur wenige Menschen lesen konnten, spielte das Singen als Kommunikationsmittel eine umso wichtigere Rolle. Durch die eingängigen Melodien hätten sich die Lieder teilweise „zu richtigen Gassenhauern“ entwickelt.

„Lieder fahren direkt in die Seele hinein“, zitierte Gudrun Stark die Meinung des Reformators. Ob dieser Erkenntnis habe sich das Singen auch als „eine der schärfsten Waffen der Reformation“ herausgestellt: Zum Beispiel seien Fronleichnams-Prozessionen der Altgläubigen mitunter regelrecht niedergesungen worden.

Weniger konfliktbereit gingen die Frauen in Buchenau mit dem luther´schem Liedgut um, aus dessen Fundus sie begleitet von Dekanatskantor Edwin Plies mehrere Lieder anstimmten. Als besonders spannend stellte sich dabei das Lied „Nun freut euch, lieben Christen g´mein“ heraus, dessen zehn Strophen die Biedenkopfer Pfarrerin Andrea Morgenstern mit unterschiedlichen Melodien verknüpfte und auch die tiefere Bedeutung hinter den Texten bewusst machte.

Zunächst begleitete sie die erste Strophe mit einem zeitgenössischen Krummhorn, bevor die Sängerinnen dann unter anderem Luthers eigenen Satz und am Inhalt des Liedes orientiert beispielsweise eine Tanz- und eine Ostermelodie ausprobieren konnten.

von Klaus Kordesch, der für die Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Dekanate Gladenbach und Biedenkopf zuständig ist.

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