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Hinterland 100 Bürger hören Windkraft-Argumente
Landkreis Hinterland 100 Bürger hören Windkraft-Argumente
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19:06 26.04.2012
Lohra

Dort stellte sich unter der Moderation von Dr. Norbert Clement vom Amt für ländlichen Raum als potenzielle Netzbetreiber die Stadtwerke Marburg und die „Agro-Kraft“ als Genossenschaftsmodell sowie „BürgerWind“ Gladenbach vor. Vertreter des Regierungspräsidiums (RP) Gießen beantworteten Fragen zum Genehmigungsverfahren.

Joachim Wierlemann sprach für „BürgerWind Gladenbach“ und stellte mit Computer-Simulationen Windkraftanlagen vor, die auf dem „Hemmerich“ und nahe der Gemarkungsgrenze bei Rodenhausen entstehen könnten. Wierlemann favorisiert den Hemmerich als eine der besten Lagen für Windkraftanlagen im Landkreis.

Erneuerbare Energien als Chance für ländlichen Raum

Robert Spanheimer von der Agrokraft GmbH bezeichnete den Umstieg auf erneuerbare Energien als historische Chance für den ländlichen Raum. Diesen brauche man wegen der Flächen zur Erzeugung von erneuerbaren Energien. Die Agrokraft GmbH arbeitet streng nach dem genossenschaftlichen Prinzip und gehört zu je 50 Prozent dem Bayerischen Bauernverband und dem Maschinenring Rhön-Grabfeld.

Die Bürgerbeteiligung beim Bau von Windkraftanlagen sei wichtig, weil sehr viel Konfliktpotenzial entstehe. Die menschliche Veranlagung zu Neid und Missgunst unter Nachbarn sollte möglichst von vornherein ausgeschlossen werden und das sei beim genossenschaftlichen Modell am ehesten gewährleistet, sagte Spanheimer. In diesem Zusammenhang wies Rainer Kühne von den Stadtwerken Marburg auf die Firmierung der Stadtwerke Marburg als ein zu 100 Prozent kommunal geführtes Unternehmen hin. Vor Abschluss des langwierigen Genehmigungsverfahrens für Windkraftanlagen könne kein seriöser Investor Zusagen über den genauen Standort der Anlagen machen, sagte Spanheimer.

Nur minimale Abweichungen von 1000-Meter-Regel

Fragen nach dem Naturschutz, dem Vogelzug und Fledermauspopulationen würden beim Genehmigungsverfahren verantwortungsvoll abgearbeitet, versprach Reiner Diemel vom RP. Praxis sei die Einhaltung eines Abstands von 1000 Metern zum nächsten Wohnort, fügte Diemel hinzu und von dieser Maßgabe werde auch nur minimal abgewichen. Derzeit werde ein neuer Regionalplan aufgestellt in dem Gebiete zum Bau von Windkraftanlagen ausgewiesen werden, erläuterte Dr. Ivo Gerhards vom RP. Dabei könnten die Gemeinden über ihre Bauleitplanung steuernd eingreifen, fügte Gerhards hinzu.

Sowohl Agrokraft und die Stadtwerke als auch Ulf Schmidl können sich vorstellen mit „BürgerWind“ zusammenzuarbeiten. „BürgerWind“ Gladenbach möchte die Bürger vor Ort mit Anteilen an den Windkraftanlagen beteiligen. Lohras jährlicher Stromverbrauch liege bei 14 Millionen Kilowattstunden. Die drei geplanten Anlagen würden jährlich mehr als 11 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen, erläuterte Clement.

Weil die Planungszeit ziemlich lang sei, wolle er das Projekt möglichst zügig und noch in der Juni-Sitzung der Gemeindevertretung auf den Weg bringen, sagte Bürgermeister Georg Gaul, und er versprach, die Bürger Lohras über die Planungen auf dem Laufenden zu halten.

nAm 22. Mai findet in der Kreisverwaltung in Marburg eine Information über die Bürgerbeteiligung bei erneuerbaren Energien statt.

von Anita Ruprecht

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