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Landkreis Fukushima-Hilfe: Reise kann stattfinden
Landkreis Fukushima-Hilfe: Reise kann stattfinden
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19:19 12.03.2012
Schüler aus der Mittelschule in Tomioka können im Sommer mit Betreuern zur Erholung in den Landkreis kommen. Quelle: Hoshi

Marburg. Der Optimismus der Kreisverantwortlichen ist deshalb so groß, weil neben den vielen kleinen und großen Geldspenden in Höhe von mittlerweile 20 574, 23 Euro und einigen Sachleistungen und Vergünstigungen nun auch die Flüge gesichert sind.

Das Berliner Unternehmen Aerticket, nach eigenen Angaben der größte Zwischenhändler von Flugtickets in Deutschland, unterstützte den Landkreis dabei ganz erheblich. Die Lufthansa stellt für die Kinder und Begleitpersonen auf Vermittlung von Aerticket 31 Tickets zu einem „sehr guten Preis“ zur Verfügung, wie McGovern betonte. Aerticket kümmert sich auch um die Abwicklung der Flüge, die fest gebucht sind. Außerdem spendet die Firma 3.000 Euro für die Aktion.

Der Kontakt kam über Finanzvorstand Roland Kreling-Behmenburg zustande, der in Marburg wohnt. Ohne den Wert der Vergünstigung genauer zu beziffern, sprach Kreling-Behmenburg davon, dass Lufthansa bei den Preisen „sehr entgegengekommen“ sei. Das sei auch deshalb hoch zu bewerten, weil der Reisezeitraum sowohl in Deutschland als auch in Japan in den Sommerferien liegt, die Tickets nachgefragt und die Preise entsprechend hoch sind.

Aerticket verkauft als Zwischenhändler nicht an Endkunden, sondern vor allem an Reisebüros. Zudem übernimmt die Firma im Auftrag von Onlineportalen die komplette Abwicklung der Aufträge für Flugbuchungen.

Das Vorhaben des Kreises unterstützte das Unternehmen auch damit, dass es die Aktion im Internetbereich für ihre rund 6.000 Kunden bewarb und zu Spenden aufrief. Auch ein Aktionär von Aerticket, STA Travel, einer der weltweit größten Anbieter für Jugend- und Studentenreisen, hat sich nach Kreisangaben bereits mit Geld- und Sachspenden beteiligt. Barspenden kamen unter anderem von vielen Privatleuten, Schulen, aus Kommunalparlamenten oder Verwaltungen sowie von bislang 12 Unternehmen.

Eigentlich, so Kreling-Behmburg, spende sein Unternehmen an Projekte in der dritten Welt, nicht an Menschen in „reichen“ Industrieländern: „Aber hier geht es um Kinder, die Schreckliches erlebt haben.“ Der Aerticket-Vorstand verknüpft das Projekt zudem mit der Energiefrage. Es gehe auch um ein Zeichen gegen Atomkraft. Auch wenn seine Firma selbst viel Strom verbrauche, wolle sie Zeichen setzen: Mit einer Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Bürohauses, mit dem Bezug von Ökostrom – und mit der Hilfe für die Kinder aus Tomioka.

Die bislang kalkulierten Gesamtkosten von 76.000 Euro verringern sich durch die billigeren Tickets. Der Kreis hatte ursprünglich pro Flug etwa 1.400 Euro veranschlagt. Damit die Kosten für den dreiwöchigen Aufenthalt voll finanziert sind, fehlten nun noch etwa 20.000 Euro, berichtete McGovern am Montag. Deshalb sei es wichtig dass die Menschen auch weiterhin spendeten. Jetzt kann man das umso beruhigter tun.

Weitere Infos: www.marburg-biedenkopf.de unter „Hilfe für Schulkinder aus Fukushima“.

von Michael Agricola