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„Flying Henning“ bleibt bodenständig

„Einer von hier“ „Flying Henning“ bleibt bodenständig

Er ist eine Basketball-Legende, ein wahrer Könner am Korb. Und doch hat Henning Harnisch seit Jahren keinen Ball mehr geworfen. Warum, das erzählt der Ex-Marburger in der Serie „Einer von hier“.

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Um an den Basketballkorb zu kommen, muss sich Henning Harnisch kaum strecken.

Quelle: Malte Spindler

Berlin. „Sie“ – darauf hört Henning Harnisch nicht. Zumindest dann nicht, wenn er etwas Persönliches über sich erzählen soll. Dann wird geduzt – und sich in einem von Harnischs Lieblingscafé am Prenzlauer Berg getroffen. Begrüßung per Handschlag. Kleine Journalistenhände in den Pranken des 2,02 Meter großen Basketballspielers. Harnischs Karriere war steil. Geendet hat sie vor 13 Jahren auf dem Höhepunkt:  als National- und Stammspieler bei Alba Berlin. Begonnen hat sie ganz klein: In der Basketball-AG am Gymnasium Philippinum in Marburg. Der Sport – er bestimmt(e) sein Leben. Und trotzdem schaut Harnisch mittlerweile lieber anderen beim Basketballspielen zu.

„Entschleunigter Honig“ für die Gelassenheit
Der ehemalige Profisportler hat in den vergangenen Jahren die Jugendabteilung des Basketball-Bundesligisten Alba Berlin aufgebaut. Er will Schülern den Spaß an der Bewegung vermitteln. 60 Trainer arbeiten für den Verein, viele werden zusätzlich ausgebildet. Sie bieten in den Schulen Basketballkurse an und gestalten den Sportunterricht mit.

„Man muss Mittler zu den Kindern schicken“, ist sich Harnisch sicher. Eine Besonderheit: Speziell geschulte Trainer kümmern sich um die unterschiedlichen Förderbedürfnisse von Mädchen und Jungen. Das Projekt – es ist zu einer Herzensangelegenheit geworden. „Ich erfahre in meiner Arbeit ein großes Glück “, fasst der Ex-Profi zusammen. Harnisch weiß: Sport ist eben mehr als körperliche Anstrengung. „Sport schafft Identität. Das ist eine eigene Kultur mit festen Regeln.“ Regeln, die im Alltag manchmal verlorenzugehen scheinen: Verlässlichkeit, Teamgeist, Verantwortung.

Während Harnisch erzählt, ist sein Blick auf eine kleine Flasche in seiner Hand gerichtet Der Inhalt: Honig. „Entschleunigter Honig“, wie er mit einem ironischen Grinsen hinzufügt. Denn die zähfließende Masse kriecht nur tröpfchenweise aus der Flasche. Wer süßen will, der braucht Geduld. Der muss „entschleunigen“, sich Zeit nehmen, tief durchatmen. Eine kleine Herausforderung im schnelllebigen Berlin. Harnisch liebt das bunte Leben in der Großstadt, liebt es, einer von vielen und nicht „der“ Henning Harnisch zu sein. Hier kann er mit seinen 2,02 Metern untertauchen, kann ein unaufgeregtes Leben mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern führen.

von Marie Lisa Schulz

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