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Eine(r) von hier Ein Beruf, der ganzheitlich fordert
Landkreis Eine(r) von hier Ein Beruf, der ganzheitlich fordert
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21:11 11.11.2010
Schauspielerin Nina Kronjäger stammt gebürtig aus Marburg. Zuletzt war sie im Frühjahr in ihrer Heimatstadt. Quelle: Bothor

Marburg. Noch heute schwärmt sie davon, Teil eines sehr kreativen Frauenquartetts gewesen zu sein, denn während der Dreharbeiten entwickelten Regisseurin Katja von Garnier, Produzentin Ewa Karlström sowie Katja Riemann und sie noch zahlreiche Ideen, die ihren Niederschlag in der Endfassung des Filmes fanden. Garniers-Filmdebüt gerät zur Kino-Überraschung des Jahres, das einzig Bedauerliche für den Zuschauer ist die Länge des Filmes: Der ganze Spaß dauert nur 70 Minuten.

Nina Kronjäger lebt heute in Berlin. Vorher in München, Mannheim und Marburg. Marburg? Unser Marburg? Marburg an der Lahn? Ja unser Marburg. Dort erblickte sie nämlich 1967 das Licht der Welt und verbrachte dann ihre ersten Lebensjahre mit ihrer Familie in der Uferstraße. „Ich habe eigentlich nur schöne Erinnerungen an Marburg“, sagt Nina Kronjäger. Ihre Eltern waren damals in einem Freundeskreis von mehreren Familien mit Kindern, die sich untereinander sehr gut verstanden und viel miteinander unternahmen.

Und was ist seit „Abgeschminkt“ gelaufen? „Ich bin eigentlich sehr zufrieden, obwohl ich ganz sicher nicht die Wahnsinns-Karriere hingelegt habe.“ Darum sei es ihr auch nie gegangen. Sie sei glücklich, in der Position zu sein, das machen zu können, was sie möchte. Die Maischa in „Abgeschminkt“ spielte sie so überzeugend, dass „viele Menschen damals geglaubt haben, dass ich privat genauso bin wie Maischa“, sagt die Wahlberlinerin. Entsprechend folgten Angebote, die sich an dieser Rolle orientierten. Doch dafür war Nina Kronjäger nicht empfänglich. Ganz und gar nicht empfänglich. Sie hasst es regelrecht, in Schubladen gepresst zu werden, irgendwie einsortiert zu werden.

„Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit“ angefragt. Auch „Der bewegte Mann“ interessierte Kronjäger nicht. Und so folgten nach „Abgeschminkt“ zunächst keine Komödien, sondern Thriller und Krimis und andere Fernsehproduktionen. Für die Krimi-Reihe „T.E.A.M. Berlin“ verharrte sie zwischenzeitlich auch mal in einer Rolle, vielleicht auch nur um festzustellen, dass das für sie nicht die große Erfüllung darstellt.

Auch in diesem Jahr zeigt Kronjäger eindrucksvoll ihre Vielseitigkeit zwischen Krimi (Hakan Nesser‘s Inspektor Barbarotti Mensch ohne Hund), Dokudrama (Eichmanns Ende) und Fantasykomödie (Das zweite Wunder von Loch Ness). Und was dürfen wir noch erwarten? Bestimmt noch interessante Filme, über die sie natürlich im Vorfeld der Dreharbeiten nichts sagen möchte und leider weniger Besuche in Marburg, weil mittlerweile die meisten Freunde nicht mehr hier leben. Apropos Marburg. Gibt es eigentlich auch etwas, was ihr nicht an unserer Stadt gefällt? „Ja, die Autobahn ist sehr dominant.“

Nina Kronjäger im Fernsehen: Am Dienstag, 16. November 20.15 Uhr SWR Tatort: Waffenschwestern; Sonntag, 21. November, 19.40 Uhr ZDF Theater T.E.A.M. Berlin: Kreuzzug.

von Götz Schaub

Mehr lesen Sie am Freitag in der Printausgabe der OP.