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Landkreis Eine Ruine, ein Schloss und viel Natur
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22:31 09.07.2012
Frauenberg

Kulturelle und historische Sehenswürdigkeiten, Fachwerkdörfer, Aussichtspunkte, Wiesen- und Waldwege, eine Parklandschaft und Buchenwald – kurz: Der Ebsdorfergrund-Trail hat viel zu bieten.

Die Gemeinde bietet einen Flyer mit der Wegbeschreibung an, der auch im Internet abgerufen werden kann. Wanderer sollten diese Möglichkeit nutzen – eine Karte der Gegend ist auf dieser Route so empfehlenswert wie Wanderschuhe.An der Strecke liegen direkt einige gastronomische Betriebe, doch ist es sinnvoll, vorab Öffnungszeiten zu erfragen. Nach Studium des Flyers für den Ebdorfergrund-Trail entschließe ich mich bei Punkt 1 – auf dem Frauenberg – mit der Wanderung zu beginnen.

Die Karte der Wanderroute finden Sie hier zum Download:

Weg_6_Ebsdorfer_Grund_Tra (60 kB)

Auf der Aussichtsplattform des ehemaligen Mauerringes eröffnet sich eine phantastische Aussicht in den Ebsdorfer Grund, zur Amöneburg und den dahinterliegenden Höhenrücken der Main-Weser-Wasserscheide, zum Vogelsberg, Taunus und Lahn-Dill-Bergland. Nach dem Studium einer Informationstafel zur Burgruine bei dem unterhalb liegenden Restaurant führt mein Weg bergab, vorbei an der ehemaligen Kolonie, kurz durch die Siedlung, einen Waldrandpfad entlang zum Hof Capelle. Oberhalb von Hof Capelle geht es ein kurzes Stück durch einen Hohlweg. Dort, so vermuten einige Historiker, habe man Konrad von Marburg, den Beichtvater der heiligen Elisabeth, im Juli 1233 aufgelauert und ermordet.

Klicken Sie auf die Buttons an den Wanderrouten, um zur jeweiligen Detailbeschreibung zu gelangen.

Im Garten der Höfe besichtige ich den Gedenkstein an die ehemalige Marienkapelle und mache mich auf die etwa fünf Kilometer lange Wegstrecke nach Wittelsberg. Die Landschaft bleibt vielgestaltig, drei uralte Eichen, eine Benjeshecke und Streuobstbestände säumen den Weg bis zum Pfingstgraben. Weiter geht es vorbei an einer Biogasanlage, durch frweies Feld zu einer Straßenunterführung und vor den ersten Häusern von Wittelsberg direkt hoch zur Wittelsberger Warte und der evangelischen Pfarrkirche. Eine kurze Rast, einige Infos zum Terrain, dann geht es weiter durch eine Allee hinab nach Wittelsberg und weiter nach Rauischholzhausen. Dort kommt man zunächst an Gebäuden des Versuchsgutes vorbei und geht direkt anschließend leicht bergab in den Park des Schlosses Rauischholzhausen, einen Bach entlang und umrundet einen größeren Teich. Um eine Ecke, am Eingangstor des Parkes steht eine Informationstafel zu Schloss und Park.

Im Innenhof des verschnörkelten, reichverzierten Schlösschens mache ich eine kurze Pause, denn anschließend steht die etwa neun Kilometer lange Etappe über Mölln nach Ebsdorf an. Aus dem Schlosshof gehe ich in den repräsentativ gestalteten Park, die Landschaft wird, je weiter man an einem Bächlein entlang geht, immer naturnäher, bis man am Parkende einen größeren Teich erreicht. Danach ändert sich die Szenerie gänzlich, denn es geht bergauf zur Randabdeckung des Vogelsberges mit seinem typischen Buchenwald.Am Waldrand oberhalb von Heskem und Mölln hat man wiederum einen prächtigen Ausblick bis hin zum Dünsberg, zum Lahn-Dill-Bergland und den Lahnbergen. Bergab geht der Weg durch das Örtchen Mölln, zurück in die landwirtschaftlich geprägte Kulturlandschaft des Ebsdorfer Grundes. Man sieht alsbald den markanten Kirchturm von Ebsdorf und gelangt durch ein schmales Gässchen in den denkmalgeschützten historischen Ortskern.

Die Wehrkirche mit den umgebenden Straßenzügen ist schon besonders beeindruckend und einen gesonderten Besuch wert. Dazu kann man beim Pavillon am Bürgerhaus eine Informations- broschüre zum „Kulturpfad“ entnehmen. Am historischen Waschplatz aus dem 18. Jahrhundert geht man über die Zwester Ohm. Dieser Waschplatz ist auch im Hessenpark im Taunus kürzlich naturgetreu nachgebildet worden. Die letzte Etappe führt aus Ebsdorf meist bergan, über den „Balderscheid“ geht‘s in die Höhe bis zum Frauenberg.

von Gerd Daubert