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Schulen fit fürs neue Energiezeitalter

Sanierung Schulen fit fürs neue Energiezeitalter

Der Landkreis ist unterwegs in ein neues Energiezeitalter – auch in 
seiner Funktion als 
Schulträger. Aus dem 
Sonderinvestitionsprogramm flossen 12,2 
Millionen Euro in energetische Schulsanierung.

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Hausmeister Helmut Kraft-Schonek hält Holzpellets in der Hand. An der Grundschule Holzhausen hat der Schulträger bereits auf eine Biomasse-Heizung umgestellt. F

Quelle: Thorsten Richter

Marburg . Die heimischen Schulen dürften schon bald finanzielle Verbesserungen in ihren Budgets spüren. Nach Investitionen in Höhe von 12,2 Millionen Euro, die in die energetische Sanierung von Schulgebäuden flossen, sollten die Energiekosten schon bald deutlich sinken.

Den Ausführungen des Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Karsten McGovern (Grüne) zufolge, sind bei etwa 55 Prozent Energieeinsparung durch die Sanierung von 14 Schulgebäuden im Landkreis mit einer beheizbaren Nutzfläche von 13 300 Quadratmetern jährliche Einsparungen von 250 000 Euro möglich. „Insgesamt werden die mehr als 12 Millionen Euro eine Einsparung von etwa 3,52 Millionen Kilowattstunden bringen und den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß um 1 000 Tonnen senken. Um es deutlicher auszudrücken: Diese Energieeinsparung entspricht in etwa dem jährlichen Gesamt-Energiebedarf von 80 Einfamilienhäusern“, erklärt McGovern. In die energetische Sanierung investierte der Landkreis in den zurückliegenden Monaten vor allem an den großen heimischen Schulstandorten – etwa an der Mittelpunktschule MPS Dautphetal, den Gesamtschulen Gladenbach, Kirchhain, Stadtallendorf, Heskem und Neustadt, außerdem an der Hinterlandhalle und der Sporthalle Wallau.

Auf dem Weg ins neue Energiezeitalter – ab 2040 soll die gesamte, im Landkreis benötigte Energie aus regionalen, erneuerbaren Quellen kommen – setzt der Schulträger auch auf Photovoltaik.

Bisher wurden an 34 von 64 Schulen in Marburg-Biedenkopf Photovoltaikanlagen in Betrieb genommen. Über seine Dachbörse schloss der Landkreis von 2009 bis heute die Verträge für insgesamt 42 Dächer an 27 Schulen ab. Der Verein Sonneninitiative ermittelte für die vermieteten Flächen ein Potenzial von insgesamt rund 748 Kilowattpeak. Bislang wurden 17 Photovoltaik-Anlagen mit einem Potenzial von insgesamt 461 Kilowattpeak in Betrieb genommen. Die von den 17 Anlagen erzeugte Strommenge entspricht in etwa dem jährlichen Verbrauch von 100 Einfamilienhäusern. Die bislang größte Photovoltaik-Anlage befindet sich an der Gesamtschule Neustadt und produziert jährlich rund 51 000 bis 54 000 Kilowattstunden Strom – damit kann der Strombedarf von bis zu zwölf Einfamilienhäusern gedeckt werden.

Weitere Solar-Anlagen plant der Kreis unter anderem an den Beruflichen Schulen Biedenkopf, der Gesamtschule Niederwalgern und den Beruflichen Schulen Kirchhain. Seit dem Jahresbeginn 2009 bezieht der Landkreis für all seine Liegenschaften, also für Schulen und Verwaltungsgebäude, ausschließlich Ökostrom. Das Thema erneuerbarere Energie spielt auch beim Neubau von Heizungsanlagen an den Schulen die tragende Rolle. Innerhalb des Projekts „BioRegio-Holz Lahn“ hat der Landkreis in 2008 und 2009 sechs Biomasseheizungen erstellt. Die Anlagen an den Schulen in Holzhausen, Weidenhausen, Wohratal, Hartenrod, Lixfeld und Münchhausen mit Holzpellets betrieben und sorgen für die Einsparung von rund 420 Tonnen CO2 im Jahr. Durch die neuen Anlagen werden 122 000 Liter Heizöl und 88 000 Kubikmeter Gas durch Holz ersetzt. Vor dem Projekt „Bio-Regio-Holz Lahn“ hatte der Landkreis bereits eine große Holzhackschnitzelheizung an der Gesamtschule Neustadt in Betrieb genommen. Der Schulträger bezieht auch Nahwärme aus Holzerzeugung, so etwa in Oberrosphe. Die GS Heskem ist im Nahwärmenetz an eine Biogasanlage im Ebsdorfergrund angeschlossen.

von Carina Becker

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Gesamtschule Heskem

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