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Blende Die wunderbare Welt der kleinen Dinge
Landkreis Blende Die wunderbare Welt der kleinen Dinge
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09:00 06.10.2018
Die schwarzen Flecken auf den Flügeln des Marienkäfers sieht jeder - aber die Struktur der Flügel wird erst durch die Vergrößerung erkennbar. Quelle: Tobias Hirsch

Die Welt der kleinen Dinge ist extrem faszinierend. Und moderne Optiken ermöglichen den Blick in diese Welt, die dem menschlichen Auge lange verborgen blieb. „Makrofotografie bewegt sich irgendwo in der Mitte zwischen dem, was man mit bloßem Auge gerade noch sehen kann, und dem Blick durch ein Mikroskop“, erklärt OP-Fotoredakteur Tobias Hirsch: „Mit bloßem Auge sehe ich zwar die Libelle, aber die Details ihrer Facettenaugen kann ich nicht erkennen. Unter dem Mikroskop kann ich mir die Struktur der Facettenaugen sehr genau anschauen, aber ich sehe die Libelle nicht mehr. Bei der Makrofotografie kann man beides verbinden: Die Libelle ist noch als ganzes zu erkennen, aber es sind Details zu sehen, die das bloße Auge nicht wahrnehmen kann.“

Allerdings ist es technisch nicht ganz einfach, in die wunderbare Welt der kleinen Dinge einzutauchen – und ganz ohne Equipment geht es auch nicht. Wichtigstes Zubehör ist ein Makro-Objektiv oder eine Nahlinse. „Die Nahlinse kann vor das herkömmliche Objektiv geschraubt werden und wirkt dort wie eine Lupe“, erklärt Hirsch. Solche Nah- oder Makrolinsen sind verhältnismäßig preisgünstig und damit eine gute Alternative für alle, die Makrofotografie erstmal ausprobieren wollen. Auch ein Stativ ist hilfreich, weil der Schärfebereich bei der Makrofotografie sehr klein ist. Eine kleine Bewegung mit der Hand kann dann schon reichen und das Motiv wird unscharf. Wer in der freien Natur ohne Stativ auf Motivsuche geht, sollte darauf achten, dass das Motiv optimal ausgeleuchtet ist, denn dann kann man mit sehr kurzen Verschlusszeiten arbeiten und verringert so die Gefahr, verwackelte oder unscharfe Bilder zu kriegen.

Zwar sind Makrobilder von Tieren, insbesondere Insekten, sehr reizvoll, aber es ist auch eine der schwierigsten Disziplinen der Makrofotografie: Tiere haben die Angewohnheit, sich zu bewegen. Wer sie vor die Linse kriegen möchte, muss entweder sehr viel Glück haben, oder eine Art Fotofalle aufbauen. Dafür benötigen Hobbyfotografen nicht mehr als eine Kamera, ein Stativ und etwas, das die Tiere anlockt. Bei Hummeln oder Bienen könnte das eine leuchtende, duftende Blüte sein, bei Wespen tut es zum Beispiel auch ein Stückchen Kochschinken. Die Kamera wird dann so aufgebaut und eingestellt, dass der Bereich des Lock-Gegenstandes scharf ist – und dann heißt es zurücklehnen, warten und im richtigen Moment auf den Auslöser drücken.

Beim Hintergrund sollten Hobbyfotografen darauf achten, dass möglichst wenig vom eigentlichen Motiv ablenkt. Zwar ist der Hintergrund – zum Beispiel bei der Fotofalle mit einzelner Blüte – in der Regel außerhalb des Schärfebereichs und daher ver-schwommen. Aber eine bunte Blumenwiese, die zu vielen unterschiedlich farbigen Punkten verschwimmt, kann dennoch vom Motiv ablenken. „Nicht zu bunt und nicht zu kleinteilig“, rät Tobias Hirsch. „Das Motiv sollte sich deutlich vom Hintergrund abheben.“

Wer statt Insekten lieber Molche oder Blindschleichen fotografieren möchte, sollte am besten früh morgens mit der Kamera losziehen: „Kurz nach Tagesanbruch sind viele Echsen oder Amphibien noch sehr langsam. Sie sitzen dann häufig auf Steinen im Sonnenlicht, um sich aufzuwärmen – das ist eine tolle Gelegenheit, sie zu fotografieren“, erklärt Hirsch. Aber auch bei nicht-beweglichen Objekten gibt es jede Menge Motive, die für die Makrofotografie interessant und meist sehr viel einfacher zu fotografieren sind. „Blüten, Früchte, Wassertropfen, zum Beispiel an einem Grashalm oder einem Blatt, Spinnennetze oder Eiskristalle findet man ohne Probleme in der Natur“, weiß Tobias Hirsch.

Motive aus dem technischen Bereich – Uhrwerk, Fahrradkette, Modellauto, Platine – seien ebenfalls sehr reizvoll. „Bei allen Motiven gilt: Es ist spannender, wenn das Motiv als Ganzes noch zu erkennen ist. Der Bildausschnitt sollte also nicht zu klein gewählt werden“, erklärt er. Damit überhaupt etwas zu erkennen ist, brauchen Makrofotografen sehr gutes Licht. Das ist allerdings besonders schwierig, da ein an der Kamera verbauter oder aufgesteckter Blitz meist nutzlos ist, wenn das Motiv nur wenige Zentimeter vor dem Objektiv liegt. Aber auch für diesen Fall hat der OP-Fotograf einen Tipp: „Das Motiv einfach mit einer Taschenlampe oder der LED-Lampe vom Handy ausleuchten. Da der helle Bereich bei der Makrofotografie nicht besonders groß sein muss, klappt das meist ganz gut.“
Teilnehmen beim OP-Blendewettbewerb

  • Teilnehmen dürfen alle Fotoamateure. Ausgenommen sind Mitarbeiter des Hitzeroth-Verlags und deren nahe Angehörige. Jeder Teilnehmer darf maximal drei Bilder pro Kategorie einreichen. Mit der Teilnahme an „Blende“ erklären Sie sich mit der honorarfreien Veröffentlichung ihrer im Rahmen des Wettbewerbs eingereichten Fotos sowie der Nennung ihres vollen Namens sowie des Bildtitels, insbesondere im Rahmen redaktioneller Beiträge und anderer Berichte, in Print- und Online-Medien und den Social-Media-Kanälen der Veranstalter sowie bei Ausstellungen einverstanden. Alle Bildrechte verbleiben bei den Teilnehmern. Die Entscheidungen der Jurys sind endgültig und unanfechtbar. Sachpreise können nicht getauscht oder in bar ausgezahlt werden. Die in der Finalrunde prämierten Papierfotos gehen in das Eigentum der Prophoto GmbH über. (Auszug aus den Teilnahmebedingungen. Die vollständigen Teilnahmebedingungen können online auf prophoto-online.de/blende-fotowettbewerb/teilnahmebedingungen angesehen werden.
  • Teilnahmebedingungen Jugendkategorie: Es dürfen ausschließlich Jugendliche im Alter bis 18 Jahren in der Kategorie „Das bewegt mich“ antreten. Jedes Bild dieser Kategorie nimmt automatisch an einer bundesweiten Sonderverlosung teil.
  • Registrierung: Wer digitale Bilder einreichen möchte, muss sich auf dem OP-Blende-Portal registrieren. Der Imagelink „Blende 2018“ unten links auf op-marburg.de/blende führt direkt auf das Portal.
  • Bilder hochladen: Die Dateien müssen im jpg-Format mit einer Auflösung von 300 dpi und einer maximalen Größe von 8 MB hochgeladen werden. Die längere Seite muss min-destens 800 Pixel lang sein.
  • Ausdrucke einreichen: Papierfotos können in einer Größe bis maximal DIN A4 eingereicht werden. Auf der Rückseite jedes eingereichten Fotos müssen Name, Anschrift und Telefon-nummer für Rückfragen angegeben werden. Die Bilder senden an: Redaktion Wochenende-Magazin, Stichwort "Blende 2018", Franz-Tuczek-Weg 1, 35039 Marburg.

von Eva Seyer