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Landkreis Bergauf und bergab mit toller Aussicht
Landkreis Bergauf und bergab mit toller Aussicht
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22:30 09.07.2012
Oberrosphe

Die Extratour Stirnhelle beginnt am Wanderportal auf dem Parkplatz unterhalb des Dorfmuseums Oberrosphe, einem Stadtteil von Wetter.Am Wanderportal kann man den Streckenverlauf und die wichtigsten Informationsstellen studieren. Empfehlenswert ist es, einen Handzettel oder einen Internetausdruck über den Streckenverlauf mit auf den Weg zu nehmen.

Die Premiumtour ist in beide Richtungen bestens beschildert. Da ich die Region gut kenne, entscheide ich mich dafür, zuletzt auf die Stirnhelle zu gehen und wandere im Uhrzeigersinn nach Norden, zunächst durch Oberrosphe, danach bergauf bis zu dem ersten Aussichtspunkt „Am Rienert“. Dort habe ich einen schönen Blick auf die Kuppen des Burgwaldes und ich kann mit der Hundeburg dem Gerlachsberg und der Stirnhelle meine Wanderziele ins Auge fassen. Diese Höhen gilt es zu erklimmen.

Die Karte der Wanderroute finden Sie hier zum Download:

Weg_3_Stirnhelle_2012 (46,8 kB)

Leichte Ab- und Anstiege kennzeichnen den weiteren Streckenverlauf, dabei sieht man das Fernheizwerk und eine Biogasanlage des BioenergiedorfesOberrosphe, kommt am Vogelschutzgehölz Wollenscheid vorbei, erreicht das Forsthaus Mellnau, nach einem schönen Waldrandweg einen kleinen Hain im Rosphetal mit alten Buchen und einem maroden Baumstamm, der ein perfektes Insektenhotel darstellt, gelangt vorbei am Naturschutzgebiet Krämersgrund in das Waldgebiet. Nachdem man einen Waldteich passiert hat, beginnt auf einer Strecke von annähernd drei Kilometern ein Anstieg von etwa 125 Höhenmetern bis zur Geiershöhe. Auch bei guter Kondition kommt man hier ins Schwitzen.

Bei diesem Anstieg passiert man den Malstein und erfährt aus Beschilderungen von einem Naturwaldreservat - dem Urwald von morgen. Der Burgwald ist als Vogelschutzgebiet nach dem Programm „Natura 2000“ der Europäischen Union ausgewiesen, und bietet mit 10 Naturschutzgebieten, 2 Naturwaldreservaten und 50 Altholzinseln eine besondere Vielfalt naturnaher Lebensräume und auch eine Vielzahl seltener Pflanzen und Tierarten.

Eine kurze Strecke hinter dem Scheitelpunkt der Tour beginnt der spektakulärste Teil des Premiumweges. Auf naturnahen Wegen und Pfadengelangt man zunächst zu einem Bergsporn, der Hundeburg. Nicht mehr viel zu erkennen ist von dem ehemaligen Rittersitz, vielmehr lädt das Ambiente mit Tisch und Bänken unter den Buchen zu einer Rast ein. Ganz vorne am Bergsporn hat man einen herrlichen Blick auf Burg und Dorf Mellnau und dahinterliegend das Ederbergland.

Klicken Sie auf die Buttons an den Wanderrouten, um zur jeweiligen Detailbeschreibung zu gelangen.

Hier und da muss der Wanderer mit temporären Beeinträchtigungen durch die Wald- und Forstwirtschaft leben. Diese Eindrücke treten aber spätestens beim Anstieg zum Gerlachsberg, der sich ganz schön hinzieht, wieder in den Hintergrund.

Dort angekommen, bietet sich ein wunderschöner Ausblick auf die Amöneburg und den dahinterliegenden Vogelsberg. Weiter geht‘s zur Stirnhelle, einem weiteren Bergsporn des südöstlichen Burgwaldes. Auch hier kann man eine tolle Aussicht unter anderem auf die Sackpfeife, mit 674 Metern einer der höchsten Berge der Region, den Rimberg (497 Meter) und auf die Stadt Wetter mit dem Wollenberg genießen. Auf einem Serpentinenpfad geht es bergab - beinahe wie im Hochgebirge. Danach gelangt man auf schönen, leicht abwärtsführenden Waldwegen Richtung Oberrosphe. Schöne Ausblicke hat man vom Waldrandweg oberhalb des Ortes, der zum Museum Alter Forsthof führt. Dort werden Szenen aus dem Dorfleben früherer Jahre präsentiert und man kann samstags und sonntags von 14 Uhr bis 18 Uhr zum Abschluss einen Kaffee und ein Stück Kuchen genießen.

Stirnhelle in Kürze:

Region: Burgwald, Ederbergland; Strecke: 13,9 Kilometer; Höhenlage: 260 bis 400 Meter; Dauer: drei Stunden (geübte Wanderer), vier Stunden (Genusswanderer); Wegemarkierung: S, Wanderschuhe empfehlenswert; Flyer: Extratour Strinhelle unter www.burgwald-touristservice.de; Zufahrtmöglichkeiten: Burgwaldbahn bis Bahnhof Wetter, dann weiter mit dem Bus nach Oberrosphe, mit Pkw über die B 252 Marburg-Wetter; das Museum Alter Forsthof ist ausgeschildert. Die Mitnahme von Proviant ist zu empfehlen.

Höhepunkte der Tour: Hundeburg mit Ausblick, Gerlachsberg und Stirnhelle, Wege mit „Burgwaldambiente“ – leicht sandig, Wald mit Kiefern und Heidelbeersträuchern und harzigem Duft

Zur Person:

Gerd Daubert schnürt die Wanderschuhe. Der 65-jährige Marburger leitete bis ins vergangene Jahr das Amt für den ländlichen Raum und war in die Gründung der Regionalvereine Lahn-Dill-Bergland und Burgwald involviert. Daubert ist ein absoluter Kenner der Region und hat an der Entwicklung des Wanderwegenetzes entscheidend mitgewirkt. Zudem ist er ein passionierter Wandersmann.

von Gerd Daubert